(mwil/cze) - Geld schießt keine Tore? Doch - wenn man damit Spieler wie Luca Toni oder Marcio Amoroso kauft. Ein Überblick über die teuersten Transfers der Bundesligageschichte.

In den meisten Fällen werden hohe Transfersummen für Offensivspieler bezahlt. Dementsprechend sind acht der elf teuersten Neuzugänge in unserer Rangliste auch Stürmer oder Mittelfeldspieler.

Doch gerade in letzter Zeit werden auch für Toreverhinderer immer höhere Ablösen bezahlt - wie die Plätze fünf und sechs unserer Rangliste zeigen.

Insgesamt ließen sich die Bundesligavereine die elf teuersten Vereinswechsel knapp 185 Millionen Euro kosten. Diese Summe klingt gewaltig, verblasst jedoch ein wenig, wenn man sich den internationalen Transfermarkt anschaut: Schlappe 125 Millionen soll beispielsweise Real Madrid einst für Portugals Superstar Cristiano Ronaldo geboten haben.

Doch genug der Vorrede: Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie die teuerste Elf der Bundesligageschichte zusammengestellt.

Vom RSC Anderlecht wechselte Jan Koller 2001 für 10,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Der 2,02 Meter große Stürmer erzielte zwischen 2001 und 2006 in 137 Spielen 43 Tore für die Borussia.

In seiner ersten Bundesligasaison gewann er mit dem BVB direkt die Meisterschaft und erreichte das Finale des UEFA-Pokals, das allerdings gegen Feyenoord Rotterdam verloren ging.

2006 verabschiedete sich der Tscheche in Richtung Monaco, kehrte aber im Winter 2008 in die Bundesliga zurück. Er heuerte beim 1. FC Nürnberg an – Mission: Klassenerhalt. In zehn Spielen konnte er allerdings nur zwei Treffer markieren und den Abstieg des Clubs nicht verhindern.

Aktuell steht Koller beim PFK Krylja Sowetow Samara in Russland unter Vertrag.

Vor der Saison 2007/08 präsentierte sich der FC Bayern in einem wahren Transferrausch. Knapp 80 Millionen Euro gaben die Münchner für neue Spieler aus. Elf Millionen davon überwiesen sie an den AC Florenz für die Dienste des italienischen Torjägers Luca Toni.

Gleich in seiner ersten Saison überzeugte der Weltmeister von 2006: Mit 24 Treffern in 31 Bundesligaspielen schoss er die Bayern zum Meistertitel und wurde Torschützenkönig. Insgesamt erzielte er in 46 Pflichtspielen (UEFA-Cup, Bundesliga und DFB-Pokal) 39 Tore für den FCB – eine Traumquote.

Die zweite Saison war da schon durchwachsener: Zwar standen am Ende immer noch 18 Tore in 35 Spielen zu Buche, aber seine Leistungen waren bei Weitem nicht so beständig. Vielleicht reichte es für die Bayern auch deswegen nur zu Platz zwei hinter Wolfsburg.

Der Wechsel des Brasilianers Lucio von Bayer Leverkusen zum FC Bayern München im Sommer 2004 war der teuerste Transfer eines Abwehrspielers innerhalb der Bundesliga. Knapp zwölf Millionen Euro waren den Münchnern die Dienste des Brasilianers wert, der 2002 Weltmeister wurde.

Sprach man von der Meistermannschaft des FC Bayern aus der Saison 2007/08, fielen zumeist die Namen der Offensivkräfte Franck Ribéry und Luca Toni. Dabei wurde gern übersehen, dass die Abwehr um Lucio auch einen großen Teil zum Erfolg beitrug: Gerade einmal 21 Gegentore in 34 Spielen sprachen eine deutliche Sprache.

In der abgelaufenen Saison jedoch wollte Jürgen Klinsmann die Mannschaft offensiver spielen lassen - was nur bedingt zu mehr Toren, aber definitv zu mehr Gegentoren führte. Zudem erreichten Lucio und vor allem sein Partner in der Innenverteidigung Martin Demichelis nicht das Leistungsniveau der Meistersaison.

Als Miroslav Klose 2004 vom 1. FC Kaiserslautern zu Werder Bremen wechselte, prognostizierten ihm nicht wenige ein Dasein auf der Bank. Doch Klose konnte sich nicht nur bei Werder durchsetzen, sondern wurde in der Saison 2005/06 mit 25 Treffern auch gleich Bundesliga-Torschützenkönig und war erfolgreichster Torschütze bei der WM 2006.

Kein Wunder, dass der gebürtige Pole auf dem Einkaufszettel der Bayern landete. Dorthin wechselte er schließlich im Sommer 2007 für eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro. In seiner ersten Bayern-Saison gelangen ihm zehn Tore, acht weitere Treffer bereitete er vor.

Im Jahr darauf wurde er vom Verletzungspech verfolgt, brachte es aber dennoch auf 20 Treffer in 38 Spielen. Besonders in der Champions League überzeugte er: Sieben Tore erzielte Klose in acht Partien in der Königsklasse.

Breno Vinicius Borges, kurz Breno, sei "eine Verpflichtung für die Zukunft", wie Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge das 18-jährige Talent bei dessen Vorstellung am 1. Januar 2008 bezeichnete.

Vom FC São Paulo wechselte der Brasilianer für 12,3 Millionen Euro an die Isar. In São Paulo spielte der damals 17-Jährige 2007 seine erste Profi-Saison und wurde von brasilianischen Journalisten direkt zum Spieler der Saison gewählt.

Sein Vertrag bei den Bayern läuft bis zum 30. Juni 2012. In seinen wenigen bisherigen Einsätzen konnte er nur selten überzeugen.

Den teuersten Spielertransfer zur Saison 2008/09 tätigten nicht etwa Bayern München, Borussia Dortmund oder Werder Bremen, sondern der VfL Wolfsburg. Für 14 Millionen wechselte der italienische Weltmeister Andrea Barzagli vom US Palermo in die Bundesliga. Der Abwehrspieler erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011.

Mit großen Investitionen wie dieser sollte der in der letzten Saison unter der Ägide von Felix Magath begonnene Höhenflug des Werksclubs weiter fortgesetzt werden. Mit großem Erfolg: Neben dem Fabel-Sturmduo Grafite/Dzeko überzeugte in der abgelaufenen Saison auch die Abwehr der "Wölfe" - am Ende stand der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte zu Buche.

In der Winterpause der Saison 2000/2001 verpflichtete Borussia Dortmund Tomáš Rosický von Sparta Prag für 14,5 Millionen Euro. 2002 wurde er mit den Borussen Deutscher Meister und avancierte zum Kopf der Mannschaft.

An die starken Leistungen dieser Saison konnten allerdings weder Rosický noch der BVB in den Folgejahren anknüpfen, so dass immer wieder Wechselgerüchte um den Spielmacher kursierten. Unter anderem wurde er mit Real Madrid und dem FC Chelsea in Verbindung gebracht.

2006 wurde Tschechiens Fußballer der Jahre 2001 bis 2003 schließlich an den FC Arsenal London verkauft. Die Ablösesumme belief sich auf zehn Millionen Euro.

18,75 Millionen Euro überwies Bayern München 2003 für Roy Makaay an Deportivo La Coruña. Dessen Empfehlungsschreiben: Der Goldene Schuh der UEFA für den besten Torjäger Europas der Saison 2002/03 - mit 29 Treffern.

Die Investition zahlte sich aus für die Bayern: In 129 Ligaspielen erzielte der Niederländer 78 Tore und gab 26 Torvorlagen. Nach vier erfolgreichen Spielzeiten wechselte Makaay vor der Saison 2007/08 zu Feyenoord Rotterdam.

Für den FC Bayern gelang dem Torjäger am 7. März 2007 das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte. Gegen Real Madrid konnte er bereits nach zehn Sekunden einnetzen.

Der teuerste Einkauf in der Geschichte des FC Bayern München war für zwei Jahre Franck Ribéry. Von Olympique Marseille wechselte der Franzose zur Saison 2007/08 zum "FC Hollywood". 25 Millionen Euro waren den Bayern die Dienste des Vize-Weltmeisters von 2006 wert.

Das "Juwel des französischen Fußballs", wie Ribéry einst von Zinédine Zidane bezeichnet wurde, erzielte in seiner ersten Bayern-Saison elf Bundesligatreffer und bereitete acht weitere Tore vor. Am Ende standen der Gewinn der Deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals sowie das Erreichen des Halbfinales im UEFA-Cup zu Buche.

An Ribéry lag es auch nicht, dass sein zweites Jahr in der Bundesliga ohne Titel endete. Vielmehr wurde deutlich, wie sehr die Mannschaft von Bayern München von der Leistung des Franzosen abhängig ist.

Marcio Amoroso ist der bislang teuerste Einkauf in der Bundesligageschichte. 2001 überwies die Dortmunder Borussia 50 Millionen Mark (umgerechnet 25,6 Millionen Euro) für den Brasilianer an den AC Parma.

In seiner ersten Saison beim BVB wurde er direkt Deutscher Meister und mit 18 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. Die beiden folgenden Spielzeiten waren allerdings von Verletzungen und Unstimmigkeiten zwischen ihm und BVB-Trainer Matthias Sammer geprägt, die darin gipfelten, dass sein Vertag mit dem BVB am 1. April 2004 aufgelöst wurde.

Nach Gastspielen in Spanien, Brasilien, Italien und Griechenland steht er seit Januar 2009 beim brasilianischen Zweitligisten Guarani Futebol Clube unter Vertrag.

Vor der Saison 2008/2009 schien es, als könnte der Stern von Mario Gomez genauso schnell wieder sinken wie er aufgegangen war. Bei der Europameisterschaft 2008 gab er im Trikot der deutschen Nationalmannschaft eine dermaßen traurige Figur ab, dass nicht wenige seine Fähigkeiten anzweifelten.

Doch über seine folgenden Leistungen im Verein kann es keine zwei Meinungen geben: 33 Tore schoss Gomez in 42 Pflichtspielen für den VfB Stuttgart. Kein Wunder also, dass die Bayern nach einer Chaos-Saison unter Jürgen Klinsmann und Sorgen im Sturm (Toni weniger treffsicher als in der Saison davor, Klose lange verletzt und Podolski mit Heimweh) noch einmal tief in die Portokasse griffen - 35 Millionen soll der neue Rekordtransfer der Bundesliga gekostet haben.