(seb) - Es ist der Aufreger des Fußball-Wochenendes: Beim Derby zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg soll Javier Pinola Münchens Bastian Schweinsteiger angespuckt haben.

Am Bildschirm war die Szene kaum zu erkennen, und auch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte den Vorfall nicht gesehen. Nach Auswertung der Fernsehbilder erhärtet sich der Verdacht gegen Pinola allerdings.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Schweinsteiger nach dem Spiel im Bezahlsender Sky und bei "Liga total" ergänzte er: "Das ist kein Fairplay, kein Respekt."

Jetzt fordert der Bayern-Star Konsequenzen. "Da muss noch was nachkommen", so Schweinsteiger. "Am liebsten hätte ich ihm eine Watschn gegeben."

Allerdings ließ der Mittelfeldregisseur bereits durchblicken, dass er mit einer Entschuldigung Pinolas wohl zufrieden wäre. Der Argentinier äußerte sich nach dem Spiel nur kurz. "Schweinsteiger kann erzählen was er will", meinte der Argentinier. Am Tag danach war die unappetitliche Angelegenheit aber bereits wieder bereinigt zwischen den beiden Profis. Vom "Club"-Vereinsgelände aus nahm der Argentinier telefonisch Kontakt zum deutschen Nationalspieler auf.

"Ich schäme mich. Es tut mir wahnsinnig leid. Es hätte nicht passieren dürfen", habe Pinola gesagt, berichtete Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick. Für Schweinsteiger sei die Angelegenheit damit erledigt.

Eine Vorgeschichte zwischen den beiden Spielern gibt es eigentlich nicht. "Ich weiß nicht, ob es mit dem Argentinien-Spiel zusammenhängt," mutmaßte Schweinsteiger in Erinnerung an die Weltmeisterschaft im Sommer.

Bayerns Ehrenpräsident und Sky-Experte Franz Beckenbauer wurde besonders deutlich. "Ich weiß nicht, ob ich mich da so zurückgehalten hätte", sagte Beckenbauer. "Von mir hätte Pinola einen Fußtritt bekommen, dass er aus dem Stadion geflogen wäre. Spucken ist die schlimmste Form der Verachtung." Beckenbauer war 1990 Teamchef der DFB-Elf, als Hollands Frank Rijkaard Rudi Völler anspuckte.