Sepp Maier wird 75: Das sind die besten Sprüche

Sepp Maier und Fußball sind untrennbar miteinander verbunden. Als Torwart war er einer der Größten, wurde Welt- und Europameister - und feiert am Donnerstag seinen 75. Geburtstag. Ein echter Typ, der seine Karriere vor allem mit seinen Sprüchen prägte. Das sind die Besten: © spot on news

Zur Legende wurde Sepp Maier nicht nur, weil er zu seiner Zeit unbestritten zu den weltbesten Keepern gehörte. Teamkollegen und Journalisten mussten jederzeit damit rechnen, Opfer seiner Sprüche zu werden. Über Tormänner sagte er einmal: "Ein Muskelprotz ist gut fürs Mannschaftsfoto, aber nicht fürs Tor."
1978 als dieses Foto entstand, wurde Maier zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt, aber seine Einstellung zum Spiel war da noch recht lässig. "Ich habe Strafstöße immer ganz locker genommen. Bei mir brauchten die Schützen auch nicht so viel Angst haben, ich habe selten einen gehalten."
Verzweifelt wird auch nicht, wenn mal was daneben geht: "Ich war der Fehlerloseste aller Zeiten, nicht der Beste."
Sein Motto nahm er sich immer zu Herzen: "Ein Torwart muss Ruhe ausstrahlen. Aber auch aufpassen, dass er dabei nicht einschläft."
Das Bild entstand 1980 bei einer Pressekonferenz zusammen mit Trainer Pal Csernai, Präsident Willi O. Hoffmann und Schatzmeister Prof. Fritz Schwerer (v.li.). Über Journalisten sagte er einmal: "Heute muss man bei den Journalisten genau aufpassen, was man sagt. Früher hat man ihnen alles anvertrauen können, sie haben Internas nicht gebracht - und wenn doch, bekamen sie ein paar Fotzen und gut wars".
Maier galt als eine der zentralen Figuren der Mannschaft, mit welcher der FC Bayern auf internationaler Ebene dominierte und 1974, 1975 und 1976 den Europapokal der Landesmeister gewann. Am 14. Juli 1979 wurde Maier bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt und musste seine Karriere 1980 beenden. Heute sagt er: "Die haben ja vor 30 Jahren Zeitlupenfußball gespielt. Heute wirst du psychisch und physisch weit härter gefordert."
Spaßvogel Maier verkleidete sich auch mal gern, wie hier als Krampus. "Solange man gesund ist und eine Gaudi hat, merkt man das Alter nicht." Nach seinem Rücktritt vom aktiven Fußball kümmerte sich Sepp Maier um die Ausbildung der Torhüter.
In dieser Position konnte der Niederbayer 1990 als Mitglied des DFB-Trainerstabs mit dem WM-Titel einen weiteren Erfolg nach dem WM-Erfolg 1974 feiern. Sein früheres Erfolgsrezept beschrieb er auf Bairisch: "Wennst richtig zum Ball stehst, brauchst net fliagn."
Von 1994 bis 2008 war Maier Torwarttrainer beim FC Bayern München und von 1988 bis 2004 auch Torwarttrainer der deutschen Nationalmannschaft. Über Ersatzkeeper Walter Junghans sagte Maier einst: "Der Junghans wird bei uns noch zum Althans."
Wegen Unstimmigkeiten mit Jürgen Klinsmann verließ Sepp Maier seinen Job als Nationaltorwarttrainer. Es kam zum Bruch, weil sich Maier loyal zu Oliver Kahn stellte und Jens Lehmann für weniger qualfiziert empfand - im Gegensatz zu Klinsmann. Nur einmal beim Abschlussspiel von Kahn 2008 saßen sie noch einmal zusammen auf der Bank. "Aber auch nur, weil meine Frau es mir befohlen hat. Sie wollte nicht, dass es deswegen noch mehr Ärger gibt. Und glauben Sie mir, mit meiner Frau lege ich mich besser nicht an."
Beim Lokalrivalen Radenkovic hieß es: "Bin i Radi, bin i König" - Maier machte daraus kurzerhand: "Bin i Radi, bin i Depp – König ist der Maier Sepp!"
Franz Roth, Franz Beckenbauer und Sepp Maier: Mittlerweile ist der Maier öfter auf dem Golfplatz unterwegs und wünschte sich zum 60. Geburtstag noch ein besseres Handicap. Wobei: "Momentan liegt es bei 6, und damit bin ich besser als der Franz (Beckenbauer), das ist die Hauptsache."