Der Deutsche Fußball-Bund muss sich mit einem der größten Skandale seiner Geschichte befassen. Die Enthüllungen erinnern frappierend an die Vorwürfe gegen den Weltverband Fifa, um den laufend Korruptionsgerüchte kursieren.

Nun plant der Verband wegen der Affäre um die WM 2006 nach Angaben eines Landesverbandschefs eine Außerordentliche Vorstandssitzung.

Es gebe Signale, dass ein solches Treffen jetzt in Betracht gezogen werde, sagte Präsident Erwin Bugar vom Fußballverband Sachsen-Anhalt am Donnerstag dem MDR. Dies bedürfe allerdings einer gewissen Vorbereitung.

Bugar hält trotz der jüngsten Entwicklungen den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach weiterhin für den richtigen Mann zur Krisenbewältigung. "Weil er bereit ist, allumfassend Aufklärung zu betreiben", begründete Bugar.

Gegen Niersbach, dessen Vorgänger Theo Zwanziger und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in einem schweren Fall.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurde die angeblich falsche Steuererklärung des DFB für 2006 von Niersbach kurz nach dessen Amtsantritt als Generalsekretär Ende Oktober 2007 unterzeichnet. Diese Erklärung soll damals schon lange fertig gewesen sein.

Auch Franz Beckenbauers Image hat durch den Skandal schweren Schaden erlitten. Zwar wird derzeit gegen den "Kaiser" nicht ermittelt, doch droht der Nimbus der "Lichtgestalt", von keinem Eklat in Bedrängnis gebracht werden zu können, zu verschwinden.

Kann das Hickhack um die WM 2006 Franz Beckenbauers Fall sein? Und ist der DFB keinen Deut besser als der vielgescholtene Weltverband Fifa? Stimmen Sie in unserem Pressekompass darüber ab! (men)

Mit Material der dpa