Das 6,7-Millionen-Euro-Darlehen für das Organisationskomitee der WM 2006 ist offenbar nicht wie bisher behauptet für die Fifa-Finanzkommission bestimmt gewesen. Das geht einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge aus einer Prüfung der US-Kanzlei Quinn Emanuel hervor.

Blatter berichtet von Absprache vor Vergaben der Weltmeisterschaften.

Diese überprüfte im Auftrag des Weltfußballverbandes die Fifa-Konten für den fraglichen Zeitraum. Bislang hatte die Fifa nur dementiert, dass das Geld 2002 eingegangen sei. Laut Prüfung, so ein Beteiligter laut "Bild"-Zeitung, sind die 6,7 Millionen Euro des 2009 verstorbenen Ex-Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus auch davor und danach niemals auf ein Konto der Fifa eingegangen. Auch eine Bareinzahlung wurde nicht gefunden.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass Deutschland im Jahr 2002 einen Beitrag von 10 Millionen Franken (6,7 Millionen Euro) an die Fifa hätte überweisen müssen, um einen Organisations-Zuschuss über 170 Millionen Euro zu erhalten. Das habe ihm Franz Beckenbauer in einem persönlichen Gespräch gesagt. Deshalb habe man sich das Geld als Kredit bei Louis-Dreyfus besorgt.

In seiner Anhörung bei der vom DFB beauftragten Kanzlei "Freshfields" soll Beckenbauer laut "FAZ" erneut die Fifa-Finanzkommission als Empfänger genannt haben. Offiziell kann es aber die Finanzkommission nicht gewesen sein. Die Kommission hat keine eigene Konten.

Geklärt ist laut Fifa-Bericht immerhin die Rückzahlung der Dreyfus-Millionen im Jahr 2005. Die Kanzlei Quinn Emanuel fand nicht nur eine 6,7-Mio.-Euro-Überweisung des DFB an die Fifa, sondern auch die Weiterleitung in derselben Höhe am selben Tag auf das Dreyfus-Konto. Angewiesen wurde der Betrag laut "Bild"-Zeitung vom damaligen Fifa-Generalsekretär Urs Linsi. (tfr)