Wurde die WM 2006, das deutsche Sommermärchen, nun gekauft oder nicht? In der Fußballdebatte "Sky 90" kam "Spiegel"-Autor Jens Weinreich zu Wort und wurde nicht nur vom Moderator der Sendung, Patrick Wasserziehr, in die Mangel genommen.

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Noch bevor Jens Weinreich zugeschaltet wurde, hatte sich bereits DFB-Anwalt Christian Schertz geäußert (hier geht's zum Video). Er glaubt, der "Spiegel" habe sich mit seiner Geschichte vergaloppiert und könne keinen Beweis vorlegen. "Wenn man sich den Artikel anschaut, dann steht auf Seite 17, dass es dafür keinen Beweis gibt", sagt Schertz. "Der Spiegel sagt also selbst, dass sie keinen Beweis haben. Ich habe es in 25 Jahren meiner Presserecht-Arbeit noch nicht erlebt, dass eine Geschichte von einem Verlag so groß verkauft wurde, für deren Kernbehauptung es keinen Beweis gibt."

Als dann Weinreich zugeschalten wird, entspinnt sich ein Streitgespräch zwischen dem Journalisten und Moderator Patrick Wasserziehr. "Zuerst muss ich sagen, dass mir gar nicht gesagt wurde, dass der Honorar-Professor vor mir spricht und seine Ergüsse loslässt", echauffiert sich Weinreich über die Zuschaltung Schertz' und nennt Sky einen "Beckenbauer-Sender".

Der "Spiegel"-Journalist spricht im Zusammenhang der Recherche von einer "neuen Qualität der Enthüllungen", da unter anderem Kontonummern vorgelegt worden seien. Auf Wasserziehrs Nachfrage, ob er denn die Handschrift von Wolfgang Niersbach auf dem Vermerk, auf den er sich beziehe, habe prüfen lassen, entgegnet Weinreich mit "nein".

Der "Spiegel"-Journalist sieht sich in der Sendung einem "Mini-Tribunal" ausgesetzt, da Wasserziehr immer wieder nachhakt, auf welche Beweislage sich denn sein Artikel über die gekaufte WM 2006 stütze. Wasserziehr kontert: "Ich verwehre mich gegen die Begrifflichkeit 'Tribunal'! Ich stelle Fragen und bin erstaunt, dass Sie in dieser Schärfe darauf reagieren. Wir von Sky lassen uns nicht vorwerfen, dass wir uns auf eine Seite schlagen. Wir müssen alle Seiten hören und das haben wir getan."

Am Ende ist man als Zuschauer keinen Deut schlauer als zuvor. Die Korruptionsvorwürfe gegen den DFB, aufgrund derer die Staatsanwaltschaft Frankfurt einen Anfangsverdacht für ein Ermittlungsverfahren prüft, werden uns wohl noch lange beschäftigen. (ska/tfr)