Sommermärchen-Torwart Jens Lehmann wird 50: Seine verrücktesten Aktionen

Der ehemalige Torwart, der mit Schalke 04, Borussia Dortmund, dem FC Arsenal und der deutschen Nationalmannschaft Erfolge feierte, wird 50 Jahre alt. Wir blicken auf seine Roten Karten, seinen Schuhklau und andere verrückte Aktionen.

Jens Lehmanns (hier vorne mittig im gelben Trikot) Profikarriere beginnt im Jahr 1988 im Alter von 19 Jahren beim FC Schalke 04. Mit den Knappen, wo er in seiner zweiten Saison zum Stammspieler wird, steigt er 1991 in die erste Liga auf. Sein größter Erfolg bei den Königsblauen ist der Gewinn des UEFA-Pokals 1997.
1993 verliert Schalke 04 bei Bayer Leverkusen mit 5:1. Bereits zur Pause liegen die Knappen mit 0:3 hinten, Coach Jörg Berger wechselt Lehmann (siehe Foto, im Tor) aus und schickt ihn nach Hause. Er geht zu Fuß zum Bahnhof und fährt mit der S-Bahn nach Essen. Am Bahnhof muss er sich fünf Mark von einem Fan leihen, weil er kein Geld dabei hat.
Nach einem Sechs-Monate-Intermezzo bei AC Mailand wechselt Lehmann im Winter 1998/99 zurück nach Deutschland, wo er nun für Schalke-Rivale Borussia Dortmund jubelt. Im Jahr 2002 wird er dort deutscher Meister. Bei den Schwarz-Gelben fällt er allerdings nicht nur positiv auf...
Ganze 63 gelbe Karten sammelt er in seiner Karriere. Fünf Mal fliegt er allein in der Bundesliga - wie hier im März 2000 gegen Hansa Rostock, wo er seinem Gegenspieler an den Haaren zieht - mit Rot vom Platz. Damit ist er auch der Torhüter mit den meisten Bundesliga-Platzverweisen.
Im Sommer 2003 wechselt Lehmann in die Premier League zum FC Arsenal und gewinnt dort gleich in der ersten Saison als Stammtorhüter die Meisterschaft. Arsenal um Topstar Thierry Henry bleibt in jener Saison ohne eine einzige Niederlage, was zuletzt Preston North End 1889 gelungen war.
Im Jahr 2006 steht Jens Lehmann mit dem FC Arsenal im Finale der Champions League gegen den FC Barcelona. Der deutsche Torhüter muss nach 19 Spielminuten wegen einer Notbremse gegen Barcelonas Stürmer Samuel Eto'o vom Platz. Obwohl Arsenal sogar noch in Führung geht, verlieren die Londoner am Ende mit 2:1 gegen die Katalanen.
Auch in der DFB-Elf hinterlässt Lehmann seine Spuren. Bleibt er bei WM 1998, EM 2000, WM 2002 und EM 2004 noch ohne Einsatz, wird er bei der Heim-WM 2006 überraschend seinem Kontrahenten Oliver Kahn vorgezogen. In der Hochphase des Konkurrenzkampfes feuert Lehmann einmal Richtung Kahn: "Ich wüsste nicht, was wir reden sollen. Ich habe keine 24-jährige Freundin. Ich habe ein anderes Leben".
Bei jener WM 2006 in Deutschland kommt es allerdings zu einer großen Geste zwischen den beiden ewigen Streithähnen. Die DFB-Elf mit Lehmann im Tor hatte sich im Viertelfinale gegen Argentinien ins Elfmeterschießen gekämpft. Kahn geht damals zur deutschen Nummer eins, um seinem Rivalen viel Glück zu wünschen.
Und vielleicht hat es auch etwas gebracht. Noch mehr gebracht hat aber sicher der weltberühmte Zettel, den Lehmann von Torwarttrainer Köpke erhalten hatte. Auf diesem standen Informationen zu den argentinischen Schützen. Vor jedem Schuss holt Lehmann den Zettel hervor und hält tatsächlich zwei Elfmeter. Deutschland zieht ins Halbfinale der WM ein.
Zwei Jahre später zieht Lehmann im Alter von fast 39 Jahren weiter zum VfB Stuttgart. Im Herbst seiner Karriere fällt er vermehrt durch zahlreiche absurde Aktionen auf. Im Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni im Dezember 2009 beispielsweise verlässt er während des Spiels den Rasen und pinkelt im Sitzen hinter die Bande. Bis heute hat er sich nicht zu dem Vorfall geäußert.
Während seiner Zeit beim VfB Stuttgart lebt Lehmann mit seiner Familie am Starnberger See im Münchner Umland. Da ihm die Distanz zum Pendeln zwischen den Städten zu groß ist, lässt er sich einige Male mit dem Hubschrauber zum Training und wieder zurück fliegen. Wegen des entstehenden Lärms beschweren sich die Nachbarn.
Auch wenn er sich selbst nicht immer daran hält, sind Jens Lehmann Manieren offenbar sehr wichtig. Im Januar 2009 verweigert er einem jungen Fan das Autogramm, weil dieser nicht "Bitte" gesagt hatte.
Im Februar 2009 verliert Hoffenheims Sejad Salihovic im Spiel gegen die Stuttgarter einen Schuh. Lehmann läuft die zwanzig Meter aus seinem Tor, schnappt sich den Schuh und hält ihn zunächst versteckt hinter seinem Rücken. Schließlich läuft er zurück zu seinem Kasten und wirft den Schuh hinter sich, wo er auf dem Netz des Tores landet.
Im Spiel des VfB gegen den FSV Mainz 05 Ende 2009 fliegt Lehmann nach einer Tätlichkeit gegen den Mainzer Aristide Bancé mit Rot vom Platz. Anschließend will er unbemerkt aus dem Stadion fliehen und reißt dabei einem Fan, der ihm folgt, die Brille von der Nase. Außerdem schubst er einen Kameramann zur Seite.
In diesem Jahr war Lehmann in den Schlagzeilen, weil er auf dem Münchner Oktoberfest aus dem Käfer-Zelt geworfen wird, weil er kein Bändchen trägt und die Security ihn nicht erkennt. Seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2011 ist es um Jens Lehmann allerdings ruhiger geworden. Wir wünschen alles Gute zum 50. Geburtstag!