Diese Stars spielten einst für die SG Wattenscheid 09

Die SG Wattenscheid 09 galt nach ihrem überraschenden Aufstieg in die Bundesliga im Sommer 1990 als sicherer Absteiger, hielt sich aber noch überraschender vier Jahre lang im Oberhaus. In dieser Zeit zog es einige Stars und Sternchen in die Lohrheide. Sie blieb auch danach eine Talentschmiede.

In seinen aktiven Wattenscheider Zeiten wurde Bongartz aufgrund seines schmächtigen Körperbaus "Spargeltarzan" genannt. Im Sommer 1974 (Bild) scheiterte Bongartz mit der SG erst in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga - und wechselte zum FC Schalke 04.
Auf Schalke avancierte mehr als vier Jahrzehnte nach Bongartz der Sohn von Souleymane Sané, der heutige ManCity-Star Leroy, zu einer großen Nummer. Die war dessen Vater in Wattenscheid. Mit 39 Toren in 117 Bundesligaspielen ist Sané senior Bundesliga-Rekordtorschütze der SG.
Der ehemalige polnische Nationalspieler Marek Lesniak stürmte zwischen 1992 und 1994 gemeinsam mit Sané. Unvergessen, wie Lesniak dabei 1993 innerhalb eines halben Jahres in zwei Spielen vier Mal gegen die Bayern traf: erst bei einem 2:0-Heimsieg und dann bei einem 3:3 im Olympiastadion. Lesniak schoss damals alle drei Tore für Wattenscheid.
Markus Schupp wechselte nach einem Jahr in Wattenscheid 1992 zum FC Bayern München und stand somit bei Lesniaks Coups auf der Gegenseite. Mit Sturm Graz schaffte Schupp sogar in drei Jahren in Folge den Sprung in die Champions League.
Als Trainer ist Wandervogel Thorsten Fink inzwischen bei Vissel Kobe in Japan gelandet und gibt Lukas Podolski Anweisungen. Wattenscheids Debüt in der Bundesliga war 1990 auch jenes für Fink. Sieben Jahre später gehörte der gebürtige Dortmunder zu den zahlreichen gelungenen Karlsruhe-Importen des FC Bayern München.
Günter Hermann, 1990 in Italien ohne Turniereinsatz Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft, kam 1992 aus Bremen nach Wattenscheid und wechselte nach dem Abstieg 1994 weiter zu Hannover 96.
Kaiserslauterns früherer Torjäger Harald Kohr traf in der Saison 1990/91 in elf Bundesligaspielen für die SG Wattenscheid 09 nur ein Mal ins Tor. Inzwischen spielt sein Sohn Dominik für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga, war zuvor in Leverkusen und Augsburg.
Uwe Neuhaus, der heute erfolgreich Arminia Bielefeld in der 2. Bundesliga trainiert, war zu Bundesligazeiten als Libero eine Bank in der Deckung der Wattenscheider. 1989 in die Lohrheide gewechselt, beendete Neuhaus dort auch 1995 seine aktive Karriere.
Auf dem Mannschaftsfoto vor der dritten Bundesligasaison der Wattenscheider 1992/93 steht Neuhaus in der mittleren Reihe als Fünfter von rechts.
Das bisher letzte Bundesliga-Aufgebot der Wattenscheider: Nach der Saison 1993/94 musste der Klub zurück in die 2. Bundesliga. 1996 folgte der Absturz in die Drittklassigkeit. Seine bislang letzte Zweitligasaison spielte der Verein 1998/99.
Nach dem Abstieg aus der Bundesliga angelte sich Wattenscheid den heutigen Manager von Hertha BSC, Michael Preetz. Dem späteren Nationalstürmer glückten in 60 Zweitligapartien bis 1996 17 Tore.
Zu echten Stars der Bundesliga wurden - wie Preetz nach seiner Wattenscheider Zeit - auch die Altintop-Zwillinge. Hamit (im Bild) ...
... und sein Bruder Halil verließen die Lohrheide im Sommer 2003. Hamit, heute Vorstandsmitglied des türkischen Verbandes, schaffte es über den FC Bayern bis zu Real Madrid. Halil (Bild), heute Trainer bei Schwaben Augsburg, netzte 2005/06 20-mal für Kaiserslautern in der Bundesliga ein. Danach traf er seinen Bruder bei Schalke wieder.