Als erster prominenter deutscher Fußballprofi hat sich Thomas Hitzlsperger zu seiner Homosexualität geäußert. Im Interview mit der "Zeit" erklärt er, dass er damit "die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte".

Vier Monate nach seinem offiziellen Karriereende hat sich Thomas Hitzlsperger als erster prominenter deutscher Fußballprofi geoutet. Er habe das Gefühl, dass jetzt, nach dem Ende seiner Karriere, ein guter Moment dafür gekommen sei, berichtet "Zeit Online".

"Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte", sagt Hitzlsperger in dem Interview. Geschämt habe er sich dafür aber nie. Dennoch sei es als schwuler Fußballprofi nicht immer leicht gewesen: "Kampf, Leidenschaft und Siegeswille sind untrennbar miteinander verknüpft". Schwule würden hingegen immer noch oft als Weicheier gelten.

"Überlegen Sie doch mal: Da sitzen zwanzig junge Männer an den Tischen und trinken. Da lässt man die Mehrheit gewähren, solange die Witze halbwegs witzig sind und das Gequatsche über Homosexuelle nicht massiv beleidigend wird", zitiert ihn "Zeit Online".

Homosexualität im Fußball wird "ignoriert"

Die Karriere von Hitzlsperger begann in der Jugend von Bayern München. 2000 wechselte er nach England zu Aston Villa und kehrte sechs Jahre später nach Deutschland zum VfB Stuttgart zurück. Nach einem Intermezzo bei Lazio Rom in der Serie A heuerte er 2011 beim VfL Wolfsburg an. Zuletzt spielte er erneut in England beim FC Everton. Für die deutsche Nationalmannschaft lief er 52-mal auf.

"In England, Deutschland oder Italien ist Homosexualität kein ernsthaftes Thema, nicht in der Kabine jedenfalls", berichtet Hitzlsperger. Generell werde Homosexualität im Fußball "ignoriert". Das könnte sich nach dem ersten Outing eines bekannten Fußballprofis nun ändern. (cai)