Jürgen Klopp denkt auch nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz der Bundesliga nicht an Aufgabe. "Ich bin ganz oder gar nicht. Ich bin in diesem Moment Borussia Dortmund", sagte der Trainer des BVB bei einer Veranstaltung in Frankfurt mit dem Titel "Motivation und Führung - Titel, Thesen, Tore". Dort nannte er auch Gründe für die Krise beim BVB - und frotzelte gegen die Anhänger des FC Bayern München.

Jürgen Klopp bleibt Trainer bei Borussia Dortmund. So lange der Verein das auch wolle, stehe er komplett in der Verantwortung: "In guten wie in schlechten Zeiten." Am Vorabend hatte der Borussen-Coach nach der Niederlage bei Eintracht Frankfurt auf unangenehme Fragen nach seinem Job geantwortet: "Ich stehe ganz bestimmt nicht im Weg, aber ich kann auch nicht gehen, bevor es eine bessere Lösung gibt."

Dasselbe hätte er aber auch in der erfolgreichsten Phase mit dem Bundesliga-Titel gesagt, betonte Klopp: "Nur damals hat mir niemand diese Frage gestellt. An meiner Denke hat sich nichts geändert." Klopp versprach allen Borussen-Fans, an den Lösungen zu arbeiten: "Deshalb stehe ich nicht zur Verfügung für Rücktritte oder Ähnliches." Auch BVB-Manager Michael Zorc will keine Trainerdiskussion aufkommen lassen: "Jürgen stellt sich der Verantwortung. Wir sind einhundertprozentig davon überzeugt, dass wir mit ihm aus der Situation herauskommen", sagte er am Montag.

Jürgen Klopp nennt Gründe für die BVB-Krise

Klopp nannte am Montagabend Gründe für die aktuelle Krise beim BVB: "So schwierig, wie es jetzt ist, hätte ich es mir nicht vorgestellt. Seit zwei, drei Wochen überrascht mich das nicht mehr. Gründe: Viele Verletzte und Gegentore, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten waren. Das gestern Abend war noch das normalste", sagte er laut "Bild" auf der Veranstaltung. Zorc präsentierte eine ähnliche Erklärung: "Wir leisten tatkräftige Unterstützung bei den Gegentoren. Auf der anderen Seite nutzen wir unsere Chancen nicht. Die eklatanten Fehler sind in einer Häufung aufgetreten, dass wir jetzt 18. sind."

Dass die Zuschauer mit dem letzten Tabellenplatz unzufrieden sind und ihrem Frust nach der Pleite gegen Frankfurt lautstark Luft gemacht haben, kann Klopp nachvollziehen: "Ich verstehe total die Kritik, das ist menschlich. Auch die Pfiffe verstehe ich. Sie sind völlig normal", zitiert ihn die "Bild" weiter. Dennoch: Wer nur erfolgreich sein will und nicht mit Niederlagen umgehen könne, müsse laut Klopp Fan eines anderen Vereins werden: des FC Bayern. "Soll er damit glücklich werden."

Unterdessen ist Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc überzeugt, dass sich der BVB aus seiner prekären Lage am Tabellenende der Fußball-Bundesliga befreien kann.

"Die Mannschaft hat sich die Situation selbst eingebrockt. Es bleibt ihnen jetzt gar nichts anders übrig, als die Situation anzunehmen und professionell damit umzugehen", sagte Zorc in einem Interview der "Bild"-Zeitung. Es gehe vor allem darum, "unsere Fehlerquellen zu minimieren und darauf aufbauend endlich die nötigen Punkte einzufahren".

Den Vorwurf, mit den Neuverpflichtungen vor Saisonbeginn daneben gelegen zu haben, wies der BVB-Sportdirektor zurück. "Es ist doch völlig klar und legitim, dass alles hinterfragt wird, wenn wir auf dem 18. Tabellenplatz stehen. Und es ist auch klar, dass wir uns jetzt nicht hinstellen und sagen, wir haben alles richtiggemacht." Erstes Ziel müsse jetzt aber sein, so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller herauszukommen, bekräftigte Zorc. Nach seinen Angaben gelten die Verträge der BVB-Stars auch für die 2. Bundesliga.

(dpa/cai)