München (ae) - In der Diskussion um den Torwart-Wechsel setzt sich Bayern-Trainer Louis van Gaal offensichtlich durch. So scheint es zumindest nach dem Meeting, das der Chef-Coach am Montag mit den Bossen des Rekordmeisters hatte.

"Wir hatten ein sehr gutes Gespräch – so wie immer. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Vorstand. Das Treffen war eines unserer regelmäßigen Treffen, wie es einmal die Woche stattfindet", erklärte Louis van Gaal gegenüber "Bild Online".

Damit scheint dem geplanten Tausch im Münchener Tor von Hans-Jörg Butt zu Thomas Kraft nichts mehr im Wege zu stehen. Zuvor wurde spekuliert, dass Sportdirektor Christian Nerlinger und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge versuchen würden, van Gaal von seinem Vorhaben abzubringen und auch in der Rückrunde auf den bisherigen Stammkeeper Butt zu setzen.

Doch zumindest offiziell stellte Rummenigge gegenüber "Bild Online" klar: "Die Aufstellung ist exklusiv Kompetenzbereich des Trainers. So steht es seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 mit Tschik Cajkovski in jedem Trainer-Vertrag." Auch van Gaal erklärte gegenüber der Münchener "tz online": "Über die Torwartfrage haben wir nicht gesprochen. Das ist doch Sache des Trainers."

Zuvor hatte die "SZ Online" berichtet, dass Nerlinger im Trainingslager geschockt reagierte, als van Gaal seine Pläne erläutert hatte und versucht haben soll, den Trainer umzustimmen. Ohne Erfolg. Und auch Oliver Kahn und Franz Beckenbauer äußerten sich sorgenvoll über den angedachten Torwart-Tausch.

Doch nach dem "Friedensgespräch" herrscht zumindest nach außen hin wieder Geschlossenheit. Dass dies allerdings wieder ganz anders sein wird, falls Thomas Kraft zum Rückrundenauftakt beim VfL Wolfsburg tatsächlich im Tor stehen wird und dann entscheidend patzen sollte, pfeifen die Spatzen von den Dächern der Säbener Straße.