München (ae) - Werder Bremen steckt in der Krise. Nach einer schwachen Hinrunde belegten die Norddeutschen lediglich Platz 14. In der Winterpause sollte alles besser werden und der Grundstein für die Aufholjagd in der Rückrunde gelegt werden.

Doch nach zwei deprimierenden Testspielniederlagen im Trainingslager in Belek gegen den Zweitligisten MSV Duisburg (1:4) und der türkischen Mittelklassemannschaft Eskisehirspor (1:3) schlägt Torwart Tim Wiese Alarm.

"In den letzten Jahren war unser Teamgeist besser", moniert der 29 Jahre alte Schlussmann bei "Bild Online" und konkretisiert: "Wenn nicht jeder Bereitschaft zeigt, ist es eben schwer."

Starker Tobak: Offenbar fehlt es seinen Kollegen an der richtigen Einstellung. Träumereien von einem internationalen Startplatz lässt Wiese schon vor dem Start der Rückrunde nicht zu: "Claudio Pizarro hält einen Europa-League-Platz für realistisch, ich nicht."

"Wir müssen irgendwie durch diese Scheiß-Saison kommen. Wir werden mit dieser Mannschaft höchstens Zehnter, wenn überhaupt", legt Wiese nach und zweifelt damit nicht nur an der Arbeitsauffassung seiner Profikollegen, sondern auch an ihrer Qualität. Deshalb spricht sich der Keeper auch für Neuzugänge aus.

Dass es in ihm angesichts der sportlichen Krise richtig brodelt, deutet Wiese an. "Ich habe Gedanken, woran es liegt. Die Zeit, sie zu äußern, ist aber noch nicht reif", gibt er sich geheimnisvoll bei "Bild Online".

Und auch die sportliche Leitung der Werderaner stellt sich auf eine heiße Rückrunde ein. "Es wird eine schwierige Saison. Es kann durchaus dauern, bis die Mannschaft wieder da hin kommt, wo sie einmal war", erläutert Sportchef Klaus Allofs bei "Bild Online".

Und sogar der mögliche Abstiegskampf wird nicht verschwiegen: "Bei diesem Wort habe ich keine Berührungsängste. Wir müssen jetzt ganz schnell Punkte sammeln, damit wir da unten rauskommen."