Die Reaktionen auf das blamable Aus der DFB-Elf nach der Vorrunde der WM fallen vernichtend aus. Vor allem Kapitän Manuel Neuer spricht nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea Klartext.

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"Erbärmlich", "Riesen-Enttäuschung", "Apathie" und eine "Mannschaft, die keine Einheit war" - das sind ein paar ausgewählte Worte zum frühen WM-Aus der deutschen Elf.

Hier lesen Sie ausgewählte Reaktionen von Spielern, Offiziellen und Experten.

Manuel Neuer: "Ich denke, dass jeder sehr enttäuscht und traurig ist, dass wir diese große Chance verpasst haben. Wir haben es auch bei diesem Spiel nicht geschafft, eine sehr gute Leistung zu zeigen.

Ich denke, dass von uns allen die Bereitschaft nicht groß genug war und der Wille zu zeigen, dass wir bei dieser Weltmeisterschaft was reißen wollen.

Spätestens bei der nächsten oder übernächsten Station wäre Halt gewesen für uns. Wir haben in keinem Spiel richtig überzeugt, wo wir sagen können, das war die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Das ist bitter und erbärmlich."

Joachim Löw: "Es ist für uns eine riesige Enttäuschung. Wir müssen schauen, dass wir das jetzt annehmen. Gratulation an die Gegner, die uns besiegt haben, wir haben es auch nicht verdient, weiterzukommen.

Wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen, in Führung zu gehen. Das hat sich das ganze Turnier durchgezogen. Der Mannschaft hat irgendwie die Leichtigkeit gefehlt. Unser Kombinationsfluss, unsere Sicherheit waren einfach nicht vorhanden.

Wir haben es nicht auf den Platz gebracht, haben nicht mit dieser Dynamik gespielt. Der Plan war auf jeden Fall da. Woran es jetzt gelegen hat, das kann ich in diesem Moment nicht sagen.

Ich muss jetzt die Verantwortung dafür übernehmen, klar. Der gesamte deutsche Fußball, wir alle haben verloren. Nicht nur ein Spiel, sondern vieles von dem, was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben. Natürlich bin ich der Erste, der sich hinterfragen muss und überlegen muss, welche Dinge schiefliefen.

Da muss ich jetzt eine Nacht drüber schlafen, so kurz nach dem Spiel bin ich total frustriert und enttäuscht. Ich trage die Verantwortung. Das ist zu früh für mich die Frage zu beantworten, jetzt brauchen wir ein paar Stunden um klar zu sehen. Auch bei mir ist die Enttäuschung tief drin. Das hätte ich mir nicht vorstellen können."

Jogi Löw schließt Rücktritt nicht aus Soll der Bundestrainer nach dem blamablen Aus zurücktreten?
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Oliver Bierhoff: "Es ist einfach großer Frust und Riesen-Enttäuschung. Am Ende hat es nicht gereicht, das müssen wir akzeptieren. Am Ende ist es einfach doch zu wenig."

"Es war zu wenig. Das muss man festhalten. Es wird wichtig sein, alles aufzuarbeiten. Es wird alles hinterfragt. Das machen wir auch nach anderen Turnieren. Jetzt wird es noch kritischer."

Mats Hummels: "Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt, selbst nach dem 0:1. Aber wir haben den Ball nicht ins Tor gebracht. Wir hatten genug Gelegenheiten. Das hat uns heute das Genick gebrochen. Das letzte überzeugende Spiel, das wir abgeliefert haben, war im März 2017. Das ist ein bisschen lange her.

Wenn ich den in der 86. Minute rein mache, reden wir darüber, wie geil es ist, dass wir weitergekommen sind. Jetzt reden wir leider über was anderes. Ein ganz bitterer Tag für alle deutschen Fußball-Fans."

Thomas Müller: "Wir sind alle fassungslos. Wir sind geschockt von der Situation. Wir müssen das erstmal verarbeiten. Wir müssen schauen, dass wir nicht zu viel Glas zerbrechen. Jegliche Begründungen, die jetzt kommen, können wir aktuell nicht zurückweisen, weil wir mit heruntergelassener Hose dastehen."

Julian Draxler: "Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Jeder ist in sich gekehrt und versucht das zu verarbeiten."

Sami Khedira: "Wir waren verunsichert und nicht so frei, wie wir das können. Jeder einzelne hat es nicht geschafft, seine Topleistungen abzurufen, nimmt man Manuel Neuer mal aus."

Toni Kroos: "Es war ja in der Vergangenheit immer so, dass Turniere Zeitpunkte waren für Veränderungen."

Weltmeister und TV-Experte Christoph Kramer: "Ich fand, das war nicht der Fußball, den wir gewohnt sind, mit dem wir verwöhnt sind. Irgendwie passte es auf dem Platz mit der Chemie nicht so richtig."

Ex-Nationalspieler und TV-Experte Oliver Kahn: "Das Nationaltrikot wiegt für jeden mehrere Tonnen, wie eine Last die auf den Spielern liegt. Man hat nicht das Gefühl gehabt, dass in dieser Mannschaft eine Achse vorhanden ist. Es bleibt ein Rätsel, wie man in so einem Zustand der phasenweisen Apathie dieses letzte Gruppenspiel hingenommen hat."

Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus: "So hochverdient wie die Mannschaft 2014 noch Weltmeister wurde, so hochverdient ist auch dieses Ausscheiden. Vom ersten Tag an lief fast alles schief, die Mannschaft hat nie funktioniert. Die Mannschaft war keine Einheit. Sie hat keine Leidenschaft gezeigt. Und viel schlimmer: Sie war selbstherrlich. Ich kann noch nicht einmal behaupten, dass ich traurig über das Ausscheiden wäre. Denn: Das Achtelfinale wäre nach diesen Leistungen einfach nicht verdient gewesen." (ms/szu/dpa)

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