• Nach dem 1:0 im Testspiel gegen Oman sieht Deutschlands Bundestrainer Hansi Flick noch Verbesserungsbedarf.
  • "Wir brauchen mehr Körperlichkeit", sagt der 57-Jährige im Interview.
  • Vor dem ersten Spiel der Fußball-WM gibt sich Flick aber weiterhin optimistisch: "Da werden wir eine andere Mannschaft sehen."

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Herr Flick, wie zufrieden sind Sie mit dem dürftigen 1:0 bei der WM-Generalprobe im Oman?

Hansi Flick: Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Probleme, Oman hat unglaublich gut angegriffen, sehr schnell mit technisch starken Spielern. Aber es war ein Freundschaftsspiel, ein Schritt in Richtung WM-Auftakt gegen Japan. Wir konnten uns an die Temperaturen gewöhnen, alles gut.

Wirklich?

Ich bin nicht happy, wie wir verteidigt haben - so dürfen wir bei der WM nicht spielen. Wir brauchen mehr Körperlichkeit, das habe ich vermisst. Aber jeder hatte ein bisschen im Hinterkopf, gesund aus dem Spiel herauszukommen.

Ist das ein grundsätzliches Problem?

Ich hoffe nicht. Aber ich habe vorhin mit Lothar Matthäus gesprochen, der hat auch gesagt: Im Grunde ist in so einem Spiel kein höchstes Niveau zu erwarten. Es war wichtig, die Hitze mal gespürt zu haben, das hilft uns sehr für Katar. Aber ich erwarte dort eine andere Zweikampfhärte. Eins-gegen-eins-Situationen so einfach herzuschenken, darf nicht passieren.

Niclas Füllkrug hat direkt bei seinem Debüt getroffen. Wie haben Sie ihn gesehen - und wird er zum WM-Start gegen Japan beginnen?

Ich habe der Mannschaft gesagt, ihr müsst zeigen, dass ihr bereit seid für Katar - er hat gezeigt, dass er bereit ist für die WM. Er war sehr präsent, hatte einige Abschlüsse, hat seine Sache gut und ein Tor gemacht. Aber bis zum Japan-Spiel haben wir noch ein paar Tage Zeit, um in Ruhe zu entscheiden. Ich will da nicht zu viel verraten.

Wie hat Ihnen der zweite Debütant Youssoufa Moukoko gefallen?

In der ersten Halbzeit war ich insgesamt nicht so richtig zufrieden. Aber du brauchst auch Spieler um dich herum, die gestalten. Er ist jung, wird die nächsten Tage 18. Ich bin wirklich froh, wie er im Training alles gibt, alles wunderbar. Gebt ihm die Zeit, die er braucht. Wir wollen ihn dabei unterstützen.

Am Donnerstag geht es nach Katar. Wie sehen die nächsten Tage aus?

Am Freitag ist frei, alle sollen noch mal runter von den Füßen und auch mental noch mal runterfahren können. Wenn wir uns dann ab Samstag vorbereiten, hat jeder Einzelne das Spiel gegen Japan im Blick und wird fokussiert sein, da werden wir eine andere Mannschaft sehen und eine andere Körperlichkeit. Die brauchen wir auch, um im Turnier zu bestehen. (sid/fab)

Das Interview wurde vom Sport-Informationsdienst (SID) bei einer Pressekonferenz aufgezeichnet.