Joachim Löw hat seine Zukunft als Bundestrainer nach dem blamablem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 offen gelassen. Löw reagierte ausweichend, als ZDF-Reporterin Katrin Müller-Hohenstein die Frage stellte, wie es mit ihm weitergehen werde.

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Bundestrainer Joachim Löw hat nach dem ersten WM-Aus einer deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde einen Rücktritt nicht ausgeschlossen. "Es ist zu früh für mich, die Frage zu beantworten, jetzt brauchen wir ein paar Stunden, um klarzusehen", sagte der 58-Jährige am Mittwoch in Kasan im ZDF zu Fragen nach seiner Zukunft.

Jogi Löw schließt Rücktritt nicht aus Soll der Bundestrainer nach dem blamablen Aus zurücktreten?
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    Ja, er muss die Verantwortung übernehmen
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    Nein, er soll weitermachen
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    Dazu habe ich keine Meinung

Löw übernahm die Verantwortung für das erstmalige Scheitern einer DFB-Auswahl in der Gruppenphase einer WM. Durch das peinliche 0:2 (0:0) gegen Südkorea im letzten Vorrundenspiel hatte der Weltmeister den Sprung in die K.o.-Phase verpasst. Schweden und Mexiko zogen ins Achtelfinale ein.

"Der gesamte deutsche Fußball, wir alle haben verloren. Nicht nur ein Spiel, sondern vieles von dem, was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben", sagte Löw, der seit 2006 im Amt ist und gerade erst seinen Vertrag bis zur WM 2022 in Katar verlängert hatte.

Er sei nun der erste, der sich hinterfragen müsse, betonte Löw. "Da muss ich jetzt eine Nacht drüber schlafen, so kurz nach dem Spiel bin ich total frustiert und enttäuscht. Das hätte ich mir nicht vorstellen können."

Bierhoff und Grindel halten zu Löw

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff rechnet indes nicht mit einem Rücktritt von Löw. "Es ist nicht der Zeitpunkt, Einzelanalysen zu machen. Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht", sagte Bierhoff.

Auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, setzt weiter auf Löw. "Wir haben vor der WM gesagt, wir trauen ihm das zu bis 2022. Das ist nach wie vor meine Meinung", sagte der DFB-Chef. Allerdings erwarte er eine intensive Aufarbeitung des unerwarteten Scheiterns.

"Also erstmal spüren auch wir in der Delegation, im Präsidium eine grenzenlose Enttäuschung. Es ist jetzt nicht die Aufgabe des Präsidenten, inhaltlich diese WM zu analysieren. Da würde ich mich verheben. Dafür haben wir eine sportliche Leitung um Oliver Bierhoff. Da erwarte ich, dass sie die Lage analysieren", sagte Grindel. (tfr/dpa)

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