Mit einer historischen Schmach endet für Deutschland die WM 2018, gegen Südkorea setzte es eine 0:2-Niederlage. Es ist das erste Mal, dass eine DFB-Elf bereits in der Gruppenphase scheitert. So kommentieren deutsche und internationale Medien das deutsche WM-Debakel.

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Das sagt die deutsche Presse zum WM aus des DFB-Teams:

"Bild-Zeitung": "Was für eine Blamage! Was für ein Angsthasen-Fußball! Bundestrainer Joachim Löw hat Deutschland zum Titel geführt - er hat jetzt auch diesen Tiefpunkt zu verantworten.

Wir sind nicht mit Pech ausgeschieden, sondern völlig zu Recht. Wer gegen Mexiko und Südkorea verliert, hat ganz viel falsch gemacht.

Völlig unverständlich, warum Khedira und Özil nach der katastrophalen Leistung gegen Mexiko gegen Südkorea wieder spielen durften. Stur hielt Löw an ihnen fest.

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Den Erdogan-Skandal um Özil und Gündogan hat Löw unterschätzt. Die Nicht-Nominierung des Manchester-City-Stars Sané fällt Löw auf die Füße.

Bedenklich, dass der Mannschaft abgesehen vom Schweden-Spiel das Feuer, die Leidenschaft fehlte. Das muss Löw sich ankreiden lassen.

Eine Ära ist vorbei. Gilt das auch für den Trainer? Löw muss sich nach zwölf Jahren als Bundestrainer kritisch hinterfragen, ob er bereit ist, aus seinen Fehlern von Russland zu lernen und den Umbruch radikal durchzuziehen. Nur dann ist Löw der richtige Bundestrainer für die EM 2020."

"Hannoversche Allgemeine Zeitung": "Gestern ist im deutschen Fußball etwas zu Ende gegangen. Vielleicht auch die Amtszeit von Bundestrainer Joachim Löw, aber es ist mehr. Auch mehr als nur eine erfolgreiche Ära der Nationalelf. Zu besichtigen ist das Ende einer Zeit der Leichtigkeit und Freude, die beim 'Sommermärchen' 2006 ihren Anfang genommen hatte und an der die deutschen Fußballfans ebenso viel Anteil hatten wie die Mannschaft selbst.

2018 aber hat Deutschland wieder ganz zu seinem mürrischen Selbst zurückgefunden. Die schlechten Testspiele, das Gemaule über das Teamquartier und die Debatten um Grüppchenbildung zeigten schon vor dem Südkorea-Spiel: Fußball-Deutschland hatte wieder Lust an schlechter Laune. Und nun hat man auch noch Grund dazu."

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Ausgeschieden, schon in der Vorrunde einer WM. Das ist einer deutschen Mannschaft noch nie passiert.

Als Weltmeister war sie angereist nach Russland, mit der deutlichen Ansage, den Titel erfolgreich verteidigen zu wollen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verließ sich dabei auf die makellose Qualifikation. Dass diese Haltung sehr optimistisch war, hatte sich nicht erst in den schwachen Vorbereitungsspielen abgezeichnet.

Schon während der vergangenen Saison ließ sich erkennen, dass die zentralen Spieler der WM 2014 nicht mehr auf der Höhe ihres Könnens waren und, abgesehen von Toni Kroos, nicht mehr diese Siegermentalität ausstrahlten wie noch vor vier Jahren. Sie scheinen ihren Zenit überschritten zu haben."

"Stuttgarter Zeitung": "Joachim Löw hat sich in seiner zwölf Jahre währenden Amtszeit als oberster Fußballlehrer der Nation eine Stellung erarbeitet, die er allein durch den selbstbestimmten Rücktritt verlieren kann.

Er sollte diesen Schritt aber ernsthaft in Erwägung ziehen und sich fragen, ob er die Motivation aufbringen kann, eine ganz neue Mannschaft aufzubauen.

Denn eines ist nach dem Debakel von Russland klar: Die Zeit der Weltmeister von 2014 ist endgültig vorbei."

Das sagt die internationale Presse:

Spanien

"Mundo Deportivo": "Die Überraschung ist perfekt! Deutschland ist draußen. Es ist ein ebenso historisches wie peinliches Scheitern der deutschen Nationalmannschaft."

"Marca": "Katastrophales Deutschland. Der Fluch des Weltmeisters erfüllte sich erneut. Deutschland, dem aufgrund des schwedischen Triumphes ein Sieg gegen Südkorea gereicht hätte, um bei dieser WM weiterzukommen, ist tosend, ja fast grotesk untergegangen."

"AS": "Der Zusammenbruch Deutschlands: Ab nach Hause!"

Frankreich

"L'Équipe": "Höchststrafe für ein Team, das keines war."

"Le Journal de la Haute-Marne": "Zu sagen, Deutschland stehe unter Schock, kommt einem zarten Euphemismus gleich. Diese symbolische Niederlage tritt im ungünstigsten Moment ein. Die größte Wirtschaftsmacht Europas ist mit Krisen konfrontiert, die ihr Image verändern. Der Dieselgate-Skandal hat den Ruf von Made in Germany ernsthaft erschüttert. Die politische Krise, ausgelöst durch die Migrationsfrage, ebnet einer extremen Rechten den Weg, die in Anbetracht der deutschen Geschichte übel riecht. Kurzum, auf der anderen Seite des Rheins ist es nicht nur der Fußball, der nicht rund läuft."

Großbritannien

"Telegraph": "Es gab keinen teutonischen Befreiungsschlag, keine Rettung in letzter Sekunde, kein 90 Minuten Spielen und am Ende gewinnen die Deutschen."

"The Sun": "Schadenfreude, Substantiv (aus dem Deutschen): Vergnügen, das vom Unglück einer anderen Person bezogen wird."

"Daily Mail": "Gott im Himmel! Deutsche fliegen raus - und in Großbritannien bleibt kein Auge trocken!!"

Österreich

"Kleine Zeitung": "Der gerupfte Weltmeister. Nun hat die Weltmeisterschaft ihren Titelverteidiger und das Turnier einen Publikumsmagneten verloren. Letzteres ist global zu verstehen. Die einen wollten sie siegen sehen, die anderen wünschten sich die Deutschen jenseits von Russland. Letztere wurden nun erhört, auf ebenso unglaubliche wie unerwartete Weise. Die WM beklagt einen Verlust. Ob sie darunter leidet, wird sich weisen."

"Kronen-Zeitung": "Die größte Blamage aller Zeiten für Deutschland. "Wir schaffen das!" Drei Worte, die noch vor zehn Tagen für Deutschlands Fußballer nach dem 0:1-Fehlstart gegen Mexiko zum WM-Leitspruch geworden waren. Seit gestern weiß die ganze Fußball-Welt: die Weltmeister von 2014, die Jungs von Langzeit-Trainer Joachim Löw haben es NICHT geschafft."

Portugal

"A bola": "Auf Wiedersehen, Weltmeister"

Argentinien

"Olé": "Eliminiert! Erste große Sensation dieser WM. Eine Ära geht zu Ende, die 2006 begonnen hat."

"La Nacion": "Historisches Versagen von Deutschland"

Kroatien

"Jutarnji list": "Die größte Sensation und Erschütterung im Weltfußball."

"Vecernji list": "Das ist Deutschland 80 Jahre nicht passiert."

Schweiz

"Blick": "Megablamage! Gruppenletzter! Weltmeister Deutschland fährt nach Hause."

"watson.ch": "Mission Titelverteidigung kläglich gescheitert: Deutschland ist raus."

Russland

"sports.ru": "Deutschland verliert gegen Südkorea. Das war's. Mit dem Schlusspfiff beginnt Deutschland einen Generationswechsel - so wie einst das Scheitern bei der EM 2004 eine neue Epoche in der Geschichte der Mannschaft gebracht hat. Aber es wird wohl mit dem Trainer beginnen. Löw wird nach dieser Katastrophe kaum Cheftrainer bleiben können. Zeit, sich bei den Clubs umzutun."

"bombardir.ru": "Deutschlands Ausscheiden ist ein Schock. Aber wir haben davor gewarnt. Eine monströsere Sensation wird es bei der WM 2018 nicht mehr geben."

Bulgarien

"Dnewnik": "Weltmeister Deutschland brach zusammen und schied von der Weltmeisterschaft aus."

Rumänien

"Gazeta Sporturilor": "Globale Schande"

"Prosport": ""Die Mannschaft" (im Original deutsch) auf den Knien!"

Ungarn

"Nemzeti Sport": "Titelverteidiger-Dämmerung"

Südkorea

"JoongAng Daily": "Ungeachtet einer torlosen ersten Halbzeit übertrafen die Koreaner alle Erwartungen, weil sie Deutschlands Torchancen verhinderten."

Die nationale Nachrichtenagentur Yonhap: "Südkorea beschämt schludrige Deutsche mit Kontern. Wenn es zu einem Fußballspiel kommt, das als 'David gegen Goliath' beschrieben wird, liefert die schwächere Seite normalerweise eine Konterstrategie, um den Schwergewichten einen Strich durch die Rechnung zu machen. Südkorea hat genau das getan."

"Sport Chosun": "Wir haben gegen Deutschland gut verteidigt. Wir haben sie bei den Knöcheln gepackt. Dank des Defensivkampfs und der Superparaden unseres Torwarts hielten wir uns bis zum Tor im Spiel." (tfr/dpa)

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