Wer gerne alle Spiele der WM schauen möchte, hat seit Anfang der 1980er-Jahre ein Problem. Denn damals wurde die aktuelle Praxis eingeführt, dass die letzten Gruppenspiele parallel stattfinden. Grund dafür sind deutsche und österreichische Nationalmannschaften.

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Das Spiel Frankreich gegen Dänemark am Dienstag war alles andere als ein Fußball-Leckerbissen. Beide gingen keinerlei Risiko ein - und so endete die Partie 0:0.

Ein Grund für die dürftigen Angriffsbemühungen: Schon vor dem letzten Spieltag stand fest, dass beide Teams mit einem Unentschieden sicher ins Achtelfinale einziehen werden.

Eine ähnliche Situation gab es bei der WM 1982. Der Spielverlauf an jenem 25. Juni war für Zuschauer jedoch noch deutlich schwerer zu ertragen als das gestrige Duell. Und es sollte Konsequenzen nach sich ziehen.

Die "Schande von Gijon" und die Konsequenzen

Die Rede ist vom Spiel Deutschland gegen Österreich in der Vorrunde - auch bekannt als "Schande von Gijon".

1:0 für Deutschland war ein Ergebnis, das beiden Mannschaften zum Weiterkommen reichte - und das auch das Aus für den Gruppendritten Algerien bedeutete.

Algerien hatte am Vortag sein letztes Gruppenspiel gegen Chile gewonnen und stand damit vor dem abschließenden Spiel mit 4:2 Punkten und 5:5 Toren noch vor Deutschland.

Die DFB-Elf musste also gewinnen. Wäre der Sieg allzu hoch ausgefallen (3:0 oder höher), wäre wiederum Österreich ausgeschieden.

Die Tabelle vor dem Spiel Deutschland gegen Österreich

ToreDiff.Punkte
1. Österreich3:0+34:0
2. Algerien5:5+/-04:2
3. Deutschland5:3+22:2
4. Chile3:8-50:6

Nachdem Horst Hrubesch vom Hamburger SV schon in der 10. Minute das 1:0 erzielt hatte, stellten beide Teams das Fußballspielen ein.

Die Abschluss-Tabelle

ToreDiff.Punkte
1. Deutschland6:3+34:2
2. Österreich3:1+24:2
3. Algerien5:5+/-04:2
4. Chile3:8-50:6

Die Zuschauer pfiffen und wedelten mit Geldscheinen. Der ARD-Reporter Eberhard Stanjek weigerte sich sogar, das Geschehen im Fernsehen weiter zu kommentieren. (Hier sehen Sie Original-Bilder, den Kommentator und Reaktionen auf die "Schande von Gijon")

Das Spiel zog Konsequenzen nach sich. Seit 1984 finden sowohl bei Europameisterschaften als auch bei Weltmeisterschaften die letzten Spiele der Gruppenphase jeweils zeitgleich statt. So sind "Absprachen" vor dem letzten Spiel nicht mehr möglich.

Situationen wie am Dienstag beim Duell Frankreich gegen Dänemark wird es aber weiterhin geben, sie ergeben sich schlicht aus der Logik der Gruppenphase.

Oder wie es Dänemarks Age Hareide nach dem Spiel gesagt hat: "Wir haben nur einen Punkt gebraucht und wir haben gegen eines der besten Teams der Welt gespielt. Wir wären blöd gewesen, wenn wir ihnen Räume gelassen hätten." (cai/dpa)

Ein Schuss, ein Tor - und wieder Hoffnung! Toni Kroos hat mit seinem Tor im Spiel gegen Schweden in der Nachspielzeit die Tür ins WM-Achtelfinale wieder weit aufgestoßen. Dennoch braucht die DFB-Elf gegen Südkorea einen weiteren Dreier.