Rom (dpa) - Nach der Entlassung von Gian Piero Ventura als Coach der italienischen Nationalmannschaft will der Fußballverband FIGC rasch einen Nachfolger finden. Italienischen Medienberichten zufolge ist nach wie vor der frühere Bayern-Coach Carlo Ancelotti Wunschkandidat.

Verbandspräsident Carlo Tavecchio "arbeitet daran, den Ex-Trainer von Bayern München zu überzeugen, das Angebot anzunehmen und Retter der Nation zu werden", schrieb "Tuttosport". Für Montag hatte Tavecchio eine Sitzung des Verwaltungsrats angekündigt, in der er Vorschläge für einen Erneuerungsprozess unterbreiten wolle.

Tavecchio ist an einem schnellen Erfolg gelegen. Denn ist erst einmal ein Nachfolger für Ventura gefunden, dürfte der 74-Jährige darauf hofen, selbst aus der Kritik zu rücken. Forderungen nach dessen Rücktritt waren bereits für den Fall laut geworden für, das Italien die WM in Russland 2018 verpasst.

Stattdessen stellte der 74-Jährige bei einem Krisentreffen am Mittwoch klar, dass er nicht bereit sei, seinen Posten aufzugeben, wie aus einer Verbandsmitteilung hervorgeht. Aus Protest hatte der Präsident der italienischen Spielervereinigung AIC, Damiano Tommasi, die Sitzung daraufhin verlassen. "Mir scheint es, als gäbe es keinen Willen, bei Null anzufangen", sagte Tommasi laut Nachrichtenagentur Ansa. Er forderte eine Abstimmung über einen neuen Präsidenten.

"Wir denken über einen Kreis wichtiger Trainer nach", sagte Tavecchio Ansa zufolge. Schon vor der Entlassung von Ventura war Ancelotti als Nachfolgekandidat gehandelt worden. Die "Gazzetta dello Sport" und "Tuttosport" berichteten übereinstimmend, dass Kontakt zu Ancelotti bereits aufgenommen worden sei.

Der italienische Verband hatte sich von Nationaltrainer Gian Piero Ventura getrennt.

"Die Verhandlung läuft gut, in ein paar Tagen ist die Hypothese, ihm den azurblauen Wiederaufbau anzuvertrauen, vom Unwahrscheinlichen zu etwas mehr als Möglichem geworden", schreibt die "Gazzetta".

Die Namen Antonio Conte, Claudio Ranieri, Roberto Mancini und Juve-Trainer Massimiliano Allegri stehen auch im Raum. Wer immer der Nationalmannschaft wieder auf die Beine helfen soll - "Tuttosport" hält es für möglich, dass dem neuen Trainer ein "Motivator" an die Seite gestellt werden könnte, um eine bessere Verbindung zwischen Coach und Mannschaft herzustellen. Dafür kämen nicht nur Andrea Pirlo oder Paolo Maldini, sondern - nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft - auch Torwartlegende Gianluigi Buffon infrage.© dpa