Gut ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018 hat der Parlamentsvizepräsident Igor Lebedew vorgeschlagen, aus den Kämpfen zwischen Hooligans eine neue Sportart zu machen.

"Ich bin sicher, dass ein solches Spektakel nicht weniger Zuschauer anlocken würde als Fußballspiele", schrieb Lebedew auf seinem Blog. "Vielleicht kann man den Aggressionen der Fans so eine friedliche Richtung geben."

Russische Fans seien Kämpfer, keine Hooligans, deshalb könne man aus den Kämpfen einen ritualisierten Sport machen, sagte der Politiker von der nationalistischen Liberaldemokratischen Partei. Die Partei übernahm Lebedews Überlegungen als offizielle Mitteilung. Lebedew gehört zur Führung des russischen Fußballverbandes.

Der russische Fußball hat ein Problem mit gewalttätigen Fans, das er zum ConFed-Cup in diesem Jahr und zur WM im kommenden Sommer in den Griff bekommen muss. Bei der Europameisterschaft in Frankreich hatten russische Hooligans englische Fans in Marseille angegriffen.

Als Vorbild für seine Idee nannte Lebedew den russischen Brauch des Kampfes "Wand gegen Wand". Dabei versuchen zwei Gruppen einander vom Platz zu schieben und zu prügeln. Ultras der russischen Spitzenclubs ZSKA und Spartak organisierten im Februar Kampfkunst-Zweikämpfe in Mixed Martial Arts (MMA).© dpa

Diese Worte lassen Schlimmes befürchten: Russische Hooligans haben in einer TV-Dokumentation angekündigt, die WM 2018 im eigenen Land in ein "Festival der Gewalt" zu verwandeln. Bereits bei der EM 2016 war es zu Gewaltexzessen zwischen russischen und englischen Randalierern gekommen.