• 12:38 Uhr: ➤ Iran-Coach sauer auf Klinsmann - Ex-Weltmeister will "Dinge beruhigen"
  • 10:39 Uhr: Keine Werbung mehr für Katar in Londoner Bussen und Bahnen
  • 10:31 Uhr: US-Verband zeigt Irans Flagge ohne Zeichen der Islamischen Republik
  • 05:47 Uhr: Ghanas Bukari über seinen Ronaldo-Jubel: "Von Emotionen überwältigt"

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➤ Iran-Coach sauer auf Klinsmann - Ex-Weltmeister will "Dinge beruhigen"

  • 12:38 Uhr

Mit saloppen Aussagen zur Spielweise des Irans hat Jürgen Klinsmann den Ärger von Nationaltrainer Carlos Queiroz auf sich gezogen und für Aufregung in den sozialen Medien gesorgt. Der Weltmeister von 1990 hatte in der BBC die unsaubere Spielweise des Iran beim 2:0 gegen Wales kritisiert. "Es ist Teil ihrer Kultur und wie sie spielen, sie haben den Schiedsrichter perfekt bearbeitet. Die Bank sprang ständig auf und beschwerte sich beim Linienrichter und vierten Offiziellen. Sie liegen einem die ganze Zeit im Ohr", sagte Klinsmann. "Das ist ihre Kultur. Sie bringen dich dazu, die Konzentration zu verlieren."

Nachdem Klinsmanns Aussagen erst in den sozialen Medien und später sowohl von Queiroz als auch vom iranischen Verband scharf kritisiert worden waren, bemühte sich der frühere Bundestrainer am Sonntagmorgen bei BBC-"Breakfast" um Einordnung. "Ich habe nie Carlos oder die iranische Bank kritisiert", sagte Klinsmann. "Alles, was ich beschrieben habe, war ihre emotionale Art und Weise, die irgendwo bewundernswert ist." Seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er wolle Queiroz nun anrufen und die Situation beruhigen.

Über Queiroz hatte Klinsmann geurteilt, er passe mit seiner Art perfekt zum iranischen Fußball. "Er hatte Probleme in Südamerika, hat sich weder mit Kolumbien noch später mit Ägypten qualifiziert. Kurz vor der WM ging er zurück in den Iran, wo er schon zuvor lange gearbeitet hatte", sagte Klinsmann. Queiroz antwortete in einem langen Thread auf Twitter: "Ganz egal, wie sehr ich respektieren kann, was du auf dem Feld getan hast, diese Äußerungen über die iranische Kultur, das iranische Nationalteam und meine Spieler sind eine Schande für den Fußball."

Queiroz lud Klinsmann ins Camp des Iran ein, forderte ihn aber auf, zuvor aus der Technischen Studiengruppe des Weltverbandes Fifa zurückzutreten. Der iranische Verband schloss sich am Sonntag dieser Forderung an. Er verlangte von Klinsmann eine Entschuldigung und bat die Fifa um eine Klärung. Das iranische Team lade ihn zu einem Vortrag "über die tausendjährige persische Kultur und die Werte von Fußball und Sport" in ihr Trainingslager ein, erklärte der Verband. Als früherer Fußballer werde Klinsmann auch nicht nach seinen "berühmten dramatischen Diver" beurteilt. (dpa)

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Die weiteren Meldungen des Tages:

Südkorea setzt auf Maskenmann Son - "Seine Fähigkeiten nutzen"

  • 11:51 Uhr

Der Mann mit der Maske soll es richten. Im Kampf um den erstmaligen Einzug ins WM-Achtelfinale seit 2010 ruhen bei Südkorea die Hoffnungen auf Ex-Bundesliga-Star Heung-Min Son. "Er musste gegen Uruguay mit der Gesichtsmaske zurechtkommen. Da hat er schon 90 Minuten gespielt. Das zweite Spiel wird anders. Wir müssen als Team unser Bestes geben, damit wir seine Fähigkeiten nutzen können", sagte Nationaltrainer Paulo Bento vor dem Duell mit Ghana am Montag (14.00 Uhr/ARD und MagentaTV).

Son hatte beim 0:0 zum Auftakt gegen Uruguay zwar komplett durchgespielt, konnte sich aber nicht groß in Szene setzen. Anfang November hatte er im Champions-League-Spiel seines Clubs Tottenham Hotspur gegen Olympique Marseille einen vierfachen Bruch über dem linken Auge erlitten und war daraufhin operiert worden.

Im Spiel gegen Ghana droht bei Südkorea unterdessen der angeschlagene Verteidiger Min-Jae Kim auszufallen. Der 26-Jährige gehört zu den Leistungsträgern im Team und hat bei Serie-A-Spitzenreiter SSC Neapel bislang eine starke Saison gespielt. Definitiv nicht dabei sein wird der Ex-Hamburger Hee-Chan Hwang. (dpa)

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Keine Werbung mehr für Katar in Londoner Bussen und Bahnen

  • 10:39 Uhr

Aus Kritik an Menschenrechtsstandards im WM-Gastgeberland Katar wird in Londoner Bussen und U-Bahnen keine Werbung mehr für den Wüstenstaat gemacht. Die städtische Verkehrsgesellschaft Transport for London bestätigte der "Financial Times", dass seit dieser Woche keine solchen Anzeigen mehr gezeigt würden, wie die Zeitung am Samstag berichtete.

Bereits vor einigen Jahren hatte das Verkehrsunternehmen auf Anweisung des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan Werbung etwa aus Ländern, in denen Homosexualität strafbar ist, unterbunden - allerdings gab es rund um die Fußball-Weltmeisterschaft dennoch zunächst eine Tourismuskampagne aus Katar auf Londoner Werbetafeln.

Katar will als Reaktion darauf bestehende und geplante Investments in London und anderen britischen Städten auf den Prüfstand stellen, wie die "Financial Times" unter Berufung auf eine involvierte Quelle berichtete. Diese sagte der Zeitung, man habe den Eindruck, dass katarische Investitionen in der britischen Hauptstadt nicht willkommen seien und warf den Briten Doppelmoral vor. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht aus Katar.

Aktuell sind Investitionen aus Katar in London omnipräsent: So gehört das Luxuskaufhaus Harrods katarischen Investoren genauso wie das Mega-Hochhaus "Shard". Auch am größten britischen Flughafen Heathrow und mehreren Hotelketten halten die Kataris Anteile. Außerdem ist der Wüstenstaat im Energiebereich ein wichtiger Lieferant für das Vereinigte Königreich. (dpa)

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US-Verband zeigt Irans Flagge ohne Zeichen der Islamischen Republik

  • 10:31 Uhr

Vor dem sportlich und erst recht politisch brisanten Gruppenspiel zwischen den USA und Iran zeigt der amerikanische Verband auf seinem Twitter-Konto die Nationalflagge des Iran ohne das Zeichen der Islamischen Republik. Zu sehen sind dort nur die Farben Grün, Weiß und Rot, das Emblem in der Mitte wird nicht dargestellt. Auch in anderen Netzwerken war eine solche Flaggen-Darstellung zu sehen. Zwischen den beiden Teams geht es am Dienstag um das Achtelfinal-Ticket. England führt die Gruppe B mit vier Punkten an, dahinter folgen Iran (3), USA (2) und Wales (1).

Zwischen den USA und Iran gibt es schon lange schwere politische Spannungen. Zuletzt nahm die internationale Kritik an der Republik am Persischen Golf zu. Seit mehreren Wochen demonstrieren im Iran Zehntausende gegen den repressiven Regierungskurs und die Islamische Republik. Die Proteste sind inzwischen zu einem der größten Belastungstests für die Führung des Landes seit Staatsgründung geworden.

Auslöser der landesweiten Proteste war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war. Immer wieder war die Staatsmacht auch gegen bekannte Aktivisten und Prominente vorgegangen, die sich solidarisch mit den Protesten zeigten. Rund 18 000 Demonstranten wurden nach Einschätzung von Menschenrechtlern bereits verhaftet. (dpa)

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Ghanas Bukari über seinen Ronaldo-Jubel: "Von Emotionen überwältigt"

  • 05:47 Uhr

Den Superstar veralbert? Keinesfalls! Der ghanaische Fußball-Nationalspieler Osman Bukari hat Vorwürfe zurückgewiesen, seine Jubelgeste nach dem Tor zum 2:3 im WM-Vorrundenspiel gegen Portugal sei respektlos gegenüber Cristiano Ronaldo gewesen. Seine Erziehung erlaube es nicht, älteren Menschen gegenüber respektlos zu sein, geschweige denn seinem Idol, sagte der 23-Jährige. Er sei "von Emotionen überwältigt" gewesen, nachdem er für sein Land getroffen habe, erklärte Bukari. Sein Kopfballtor hatte er mit dem für Ronaldo typischen "Siuuu"-Jubel gefeiert. (dpa)

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Xavi sieht Spanien als bisher bestes WM-Team

  • 05:16 Uhr

Der frühere Weltmeister und Trainer des FC Barcelona, Xavi, sieht Spanien als bisher stärkste Mannschaft beim WM-Turnier in Katar. "Spanien ist im Augenblick auf dem höchsten Niveau. Mir haben auch Brasilien und Frankreich gefallen, aber Spanien hat eine Überlegenheit gezeigt, die man bisher noch bei keiner anderen Mannschaft gesehen hat", sagte der Titelgewinner von Südafrika 2010 dem spanischen Portal Sport. Die Iberer treffen am Sonntag (20.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) im zweiten Gruppenspiel auf die deutsche Mannschaft, der nach der Auftaktniederlage gegen Japan ein frühes Turnier-Aus droht. Spanien hatte sein erstes Spiel mit 7:0 gegen Costa Rica gewonnen.

"Spanien ist die Auswahl, die am besten gespielt hat. Vielleicht zusammen mit England im ersten Spiel, obwohl England danach nicht über ein 0:0 gegen die USA hinausgekommen ist", sagte Xavi. Der 42 Jahre alte frühere Profi des FC Barcelona war 2008 und 2012 mit Spanien auch Europameister. Zusammen mit Andrés Iniesta prägte er eine Ära im Fußball. Seine Karriere ließ er später beim al-Sadd Sports Club in Katar ausklingen. Gegen die DFB-Auswahl prophezeite Xavi den Spaniern ein "schwieriges" Spiel, "aber Deutschland hat mehr Druck". (dpa)

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Saudi-Arabien nach Niederlage: "Wir werden nicht aufgeben"

  • 04:46 Uhr

Saudi-Arabien will sich im Kampf um das Achtelfinal-Ticket bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht von der Niederlage gegen Polen entmutigen lassen. "Wir werden nicht aufgeben", sagte Trainer Hervé Renard mit Blick auf das letzte Gruppenspiel am Mittwoch (20.00 Uhr) gegen Mexiko. Mit einem Sieg gegen die Lateinamerikaner würden die Saudis sicher zum zweiten Mal nach 1994 in das Achtelfinale einer WM einziehen. "Wir sind noch am Leben", betonte der Franzose.

Nach dem umjubelten 2:1 am ersten Spieltag gegen Argentinien ließ sein Team beim 0:2 gegen Polen zu viele Chancen liegen. "Wir haben das Spiel nicht verloren, weil wir unglücklich waren, sondern weil wir nicht effizient waren", monierte Renard. (dpa)

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Die WM der Nachspielzeit: Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt klärt auf

Bis zum Beginn der WM lohnte sich für dazu neigende Spieler und Mannschaften das Zeitschinden. Bei der Endrunde in Katar aber setzen die Schiedrichterinnen und Schiedsrichter eine neue Vorgabe der Fifa sehr konsequent um. Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt hält das für "gewöhnungsbedürftig" und "verwirrend", weiß aber, welches Ziel dahintersteckt. © Sky
Mit Material von sid, afp und dpa.
Interessiert Sie, wie wir über die WM in Katar berichten? Wir haben unsere Beweggründe in einem Text für Sie zusammengefasst.

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