Lance Armstrong belastet den ehemaligen UCI-Präsidenten Hein Verbruggen schwer. Laut dem Ex-Radprofi soll der damalige Vorstand des Radsport-Weltverbandes Armstrong beim Doping-Betrug geholfen haben.

Eine neue Aussage des in Ungnade gefallenen Radsportlers Lance Armstrong sorgt für Wirbel in der Szene. Der britischen Zeitung "Daily Mail" sagte Armstrong, dass ihn Hein Verbruggen, damaliger Präsident des UCI, bei der Vertuschung seiner Dopingsünden unterstützt habe. Laut dem siebenfachen Tour-de-France-Sieger wurde von Armstrongs Team-Arzt ein Rezept gefälscht, um damit die Einnahme von Steroiden zu begründen. Hein Verbruggen soll dabei geholfen haben.

Dabei hatte der ehemalige Präsident erst vor kurzem erklärt, während seiner Amtszeit in keine Vertuschungsaktionen verwickelt gewesen zu sein. Dem steht jetzt die Aussage Armstrongs in der "Daily Mail" gegenüber: "Hein (Verbruggen) sagte einfach nur: Das ist ein echtes Problem für mich. Nach dem Festina-Skandal im letzten Jahr wäre das der K.O.-Schlag für unseren Sport. Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Also haben wir das Rezept gefälscht."

Armstrong plant Rundumschlag

Armstrong will mit dem Weltverband UCI kooperieren, um seine lebenslange Speere auf acht Jahre zu reduzieren. Der Ex-Radprofi wird dazu in offiziellen Anhörungen gehört werden. Die Aussage über Hein Verbruggen ist dabei wohl nur ein kleiner Vorgeschmack. Denn der US-Amerikaner hatte bereits angekündigt, den ehemaligen Präsidenten mit Beweisen vor einem Untersuchungsrat "zu Fall bringen" zu wollen.

Auch ehemalige Kollegen müssen laut Armstrong zittern: "Wenn jetzt noch jemand denkt, ich würde ihn beschützen, nachdem ich so behandelt wurde, der macht sich lächerlich. Ich beschütze niemanden mehr."