(ska) Wie viel tiefer kann Lance Armstrong noch fallen? Der einstige Held des Radsports ist als Dopingsünder überführt, musste alle sieben Tour-de-France-Titel abgeben. Kein Tag vergeht, an dem nicht neue Details zu Armstrongs Dopingsystem ans Licht kommen. Jetzt droht ihm auch noch eine langjährige Haftstrafe.

Unlängst hatte ein Bioethiker gefordert, den Markt für Doping zu öffnen. Doch wie sinnvoll wäre das wirklich?

Der Radsport-Weltverband UCI hat mit Armstrong abgeschlossen, er existiert in der Welt des Radrennens nicht mehr. Für die amerikanische Justiz ist Armstrong jedoch präsenter denn je.

Im Jahr 2006 hatte Armstrong einen Prozess gegen "SCA Promotions" geführt. Wie "bild.de" berichtet, hatte sich die Versicherungsgesellschaft geweigert, Armstrong eine Bonussumme von rund 3,85 Millionen Euro für den Toursieg 2004 zu zahlen. Schon damals hatten sich die Dopinggerüchte um den Amerikaner gehäuft. Armstrong klagte und schwor vor Gericht, nicht gedopt zu haben.

Nun steht Armstrong als Lügner da. Das könnte ihm zum Verhängnis werden, denn die US-Justiz versteht bei Meineid keinen Spaß. Das hatte 2008 bereits die Sprinterin Marion Jones zu spüren bekommen. Auch sie hatte vor Gericht beteuert, nicht gedopt zu haben und wurde später überführt. Das Resultat: sechs Monate Haft. Sie kam noch glimpflich davon. Tatsächlich kennt das amerikanische Gesetz für Meineid ein Strafmaß von bis zu 30 Jahren.

Armstrong wollte Obama erpressen

Auch außerhalb des Radsports werden über die Person des Lance Armstrong immer neue Dinge zu Tage gefördert. So soll er auch in der amerikanischen Politik massiv Einfluss genommen haben. Um an einen Auftritt des damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama für seine Krebsstiftung "Livestrong" zu kommen, soll er im Sommer 2008 Obamas Parteikollegen John Kerry unter Druck gesetzt haben: "Wenn Krebs für die Demokratische Partei kein Thema ist, gehen wir in die Livestrong-Datenbank mit ihren Millionen von registrierten Mitgliedern und lassen alle wissen, wo die Demokratische Partei in dieser Frage steht." Obama ignorierte diese Drohung und nahm nicht an dem Termin teil.

Von Armstrong selbst gibt es weiterhin keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Nur über seinen Twitter-Account meldete er sich kurz: "Ziehe meine 5 Kinder auf. Bekämpfe den Krebs. Schwimme, fahre Rad, laufe und golfe, wann immer ich kann."