Sollten die Bundesjugendspiele abgeschafft werden? Eine Mutter hat online eine Petition gestartet und innerhalb kurzer Zeit mehr als 10.000 Unterstützer gefunden. Nun ist eine hitzige Diskussion entbrannt. Die zentrale Frage lautet: Schadet die Veranstaltung Kindern, die unsportlich sind und wegen ihres schlechten Abschneidens sogar gehänselt werden?

"Ich tue das für all die Kinder, die jedes Jahr am Abend vor den Bundesjugendspielen Bauchschmerzen haben, für jene, die während der Wettkämpfe am liebsten im Boden versinken würden, und für alle, die hinterher beim Verteilen der Urkunden am liebsten in Tränen ausbrechen würden." Mit diesen Worten erklärt Bloggerin "Mama arbeitet" den Grund ihrer in dieser Woche online gegangenen Petition.

Die Bloggerin führt die Gründe weiter aus: "Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln. Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer. Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel. (...) Welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?" Und: "Die Bundesjugendspiele sind nicht mehr zeitgemäß: Der Zwang zur Teilnahme und der starke Wettkampfcharakter sorgen bei vielen Schülern für das Gefühl, vor der Peergroup gedemütigt zu werden."

Die Argumente überzeugen im Netz ziemlich viele Menschen. Innerhalb weniger Tage hat die Petition die Marke von 10.000 Unterstützern geknackt. Tendenz: stark steigend.

Befürworter melden sich zu Wort

Jedoch regt sich im Netz auch Widerstand gegen die Pläne der Bundesjugendspiele-Gegner. Mehr und mehr Befürworter der Bundesjugendspiele beteiligen sich an der Diskussion und erklären, warum die Abschaffung in ihren Augen keinen Sinn macht. Eine Auswahl:

Die entfachte Debatte könnte die Öffentlichkeit noch eine ganze Weile beschäftigen. Die Emotionalität der Diskussionen ist bemerkenswert - und die Petition wurde ja erst vor wenigen Tagen gestartet. (sw)