(sl/jfi) - Für den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong zieht sich die Schlinge immer enger zu. Nach Floyd Landis hat nun auch Ex-Teamkollege Tyler Hamilton den US-Radprofi des Dopings beschuldigt.

Hamilton sagte dem TV-Magazin "60 Minutes", dass er sah wie Armstrong sich das Blutdopingmittel Epo injiziert habe. "Ich sah Epo in seinem Kühlschrank. Ich sah mehr als einmal, wie er sich gespritzt hat", erklärte der US-Amerikaner im Interview.

Der Ex-Profi beschuldigt Armstrong, bereits bei seinem ersten Tour-Sieg 1999 Epo genommen zu haben. "Er nahm, was wir alle nahmen, die Mehrheit des Pelotons. Da war Epo, Testosteron, eine Bluttransfusion", sagte Hamilton gegenüber dem Sender "CBS".

Der Olympiasieger von Athen 2004 fuhr von 1999 bis 2001 mit Armstrong bei US-Postal.

Wie der ehemalige Radprofi Floyd Landis behauptet der 40-Jährige, dass Armstrong bereits bei der Tour de Suisse 2001 positiv getestet wurde. Lanids hatte behauptet, der Weltverband habe damals den Test nach einer großzügigen Zahlung unter den Tisch fallen lassen.

Vor einem ordentlichen Gericht wird in den USA wegen der seit langer Zeit anhaltenden Doping-Vorwürfen gegen Armstrong ermittelt. Der Tour-Sieger bestreitet nach wie vor die Anschuldigungen. Armstrongs Anwälte spielten die Vorwürfe Hamiltons herunter. "Er will sein Buch bewerben und hat seine Geschichte, die er immer erzählt hat, komplett umgedreht", hieß es in einer Pressemitteilung.

Der 40-Jährige Hamilton war während seiner Karriere zwei Mal positiv getestet worden, hatte dies aber stets bestritten. Am Donnerstagabend gestand der Ex-Profi in einem Brief, während seiner Karriere gedopt zu haben.

Das Interview mit "60 Minutes" soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.