Er wurde als "Kampf des Jahrhunderts" angepriesen, doch der Fight zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao hielt nicht, was er versprach. Haben die Punktrichter etwa falsch zugunsten des Siegers Mayweather gewertet? Welche Stars waren vor Ort? Und was sagt eigentlich Hans Sarpei zum Kampf? Wichtige und weniger wichtige Fragen zum Boxfight am Sonntag.

War es wirklich ein "Kampf des Jahrhunderts"?

Großen Boxduellen wurde schon häufig das Prädikat "Kampf des Jahrhunderts" verliehen. Doch an legendäre Fights wie den "Rumble in the Jungle" oder den "Thrilla in Manila", in denen Box-Legende Muhammad Ali George Foreman bzw. Joe Frazier auf die Bretter schickte, kommt der Kampf zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao nicht einmal im Ansatz heran. Mayweathers defensiver Boxstil war zwar erfolgreich, aber für die meisten Zuschauer nicht schön anzusehen.

Ist Floyd Mayweather der verdiente Sieger?

Darüber sind sich selbst die Box-Experten uneins. Während Ex-Weltmeister Lennox Lewis den US-Amerikaner genauso wie der deutsche Box-Profi Arthur Abraham vorne sah, war Box-Trainerlegende Ulli Wegner über das klare Urteil zugunsten Mayweathers enttäuscht: "Das war eine miserable Vorstellung, die Mayweather gezeigt hat. Der Kampf ließ viele Dinge offen. Ich verstehe nicht, wie man mit so einer schlechten Leistung gewinnen kann. Er hat gar nichts gezeigt", sagte Wegner bei Sky.

Ähnlich sah es der ehemalige Weltmeister Graciano Rocchigiani. Wie üblich nahm "Rocky" kein Blatt vor den Mund: "Das war ein langweiliger Scheißkampf, Mayweather hat gar nichts riskiert", schimpfte der 51-Jährige bei Sky: "Das war enttäuschend, ich habe mir das anders erhofft. Wenn man einen Jahrhundertkampf ankündigt, muss man mehr zeigen."

Wie hat sich Ulli Wegner als Experte bei Sky geschlagen?

Wegner war früher selbst Amateurboxer und arbeitet seit 44 Jahren als Trainer, hat somit ohne jede Frage sehr viel Ahnung von diesem Sport. Allerdings erwischte Wegner am Sonntag nicht seinen besten Tag:

Haben die Punktrichter falsch gewertet?

Für viele Box-Experten in den USA geht der Sieg für Mayweather in Ordnung. Die Punktrichter hatten sich klar mit 118:110, 116:112 und 116:112 für den US-Amerikaner als Sieger entschieden. Doch haben diese überhaupt richtig gewertet? Dieses Foto, das bei Twitter kursiert, nährt zumindest Spekulationen, dass die Punktrichter falsch gewertet haben könnten. Schließlich war Mayweather in der blauen Ecke und nicht wie auf diesem Bogen ausgefüllt in der roten.

Ging Manny Pacquiao verletzt in den Ring?

Das behauptet zumindest Pacquiao selbst. Vor rund drei Wochen habe er sich im Training eine Verletzung in der rechten Schulter zugezogen, sagte der 36-Jährige nach dem Kampf. Diese habe er während des Fights wieder gespürt, aber dennoch weitergeboxt. Ob es nur eine Ausrede des Unterlegenden ist? Das weiß nur Pacquiao selbst. Der Filipino sieht sich übrigens auch als der Sieger des Kampfes. Auch das verwundert nicht wirklich ...

Wie viel Geld haben die beiden Boxer verdient?

70.000 Dollar. Pro Sekunde! So viel Geld hat Mayweather für den Boxkampf bekommen. Das macht insgesamt 150 Millionen US-Dollar, umgerechnet sind das in etwa 141 Millionen Euro. Doch auch Pacquiao muss künftig nicht betteln. Der Filipino erhielt 100 Millionen US-Dollar (92 Millionen Euro).

Wie wurde das Geld wieder eingespielt?

Das Pay-Per-View-Angebot in den USA soll allein 300 Millionen US-Dollar eingespielt haben. In HD-Qualität kostete der Kampf 99 US-Dollar (91 Euro), in Standard-Qualität 89 US-Dollar (82 Euro). Der Ticketverkauf für das Live-Event vor Ort in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas soll rund 74 Millionen Dollar (68 Millionen Euro) an Einnahmen gebracht haben. Die "Welt" berichtete, dass auf dem Schwarzmarkt gar bis zu 500.000 US-Dollar (448.000 Euro Euro) für einen Ringplatz gefordert wurden.

Deutsche Zuschauer konnten sich den Fight für 20 Euro (Frühbucherrabatt) bzw. 30 Euro über Sky Select im Pay-TV anschauen.

Gab es eine kostenfreie Alternative?

Jein! Natürlich gab es einige Streams, über die man den Fight sehen konnte, diese sind aber illegal. Das gilt auch für Streaming-Apps wie Periscope oder Meerkat. Über diese Anwendungen konnten Twitter-User den Kampf ins Netz stellen. Wer sein Smartphone auf den Fernseher gerichtet hatte und so die TV-Bilder für andere User verfügbar machte, verstieß gegen das Urheberrecht und machte sich damit strafbar.

Welche Stars waren vor Ort?

16.000 Zuschauer haben sich den Kampf in der MGM Grand Garden Arena live angesehen - und es war auch reichlich Prominenz vertreten. Sportgrößen wie Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton und die Basketball-Legenden Charles Barkley und Michael Jordan mischten sich genauso wie Sänger Justin Bieber und die Schauspieler Denzel Washington, Ben Affleck und Robert de Niro unter die Zuschauer. Paris Hilton und Nicki Minaj sorgten für weiteren Glamour, am auffälligsten war allerdings Sängerin Beyoncé, die mit diesem Kleid die meiste Aufmerksamkeit abseits des Rings erhascht haben dürfte:

Das Wichtigste zum Schluss: Was sagt eigentlich Hans Sarpei zum Kampf?

(tfr)