(ska/jfi) Das dürfte das Denkmal von Lance Armstrong endgültig zu Fall bringen. Der Ex-Teamkollege des ehemaligen Radstars, Tyler Hamilton, behauptet in seinem Buch "The Secret Race", Armstrong hätte ihm vor der Tour de France 1999 Mittel für das Blutdoping gegeben.

Hamilton geht in seinem Buch, dass am 5. September erscheinen wird, noch weiter. Lance Armstrong soll eine Art Strippenzieher des Dopingsystems im Team US Postal Service gewesen sein. In den Auszügen, die bereits auf "sportsillustrated.cnn.com" zu lesen sind, heißt es unter anderem: "Lance hatte das System im Griff ... Lance war das System."

Hamilton fungiert als Kronzeuge im Fall Armstrong und gestand im Zuge dessen auch, selbst gedopt zu haben. Die beiden Radprofis hatten sich auf Reisen meist das Zimmer geteilt und sich dabei auch vertrauensvoll über die Verwendung von EPO und anderen leistungssteigernden Mitteln unterhalten.

In seinem Buch beschreibt Hamilton, wie er Armstrong kurz vor der Tour de France 1999 in dessen Haus in Nizza besucht habe. Auf Hamiltons Frage, ob Armstrong EPO im Haus hätte, habe dieser nur auf seinen Kühlschrank gedeutet. Hamilton habe sich daraufhin bedient. Im Jahr 2000, so schreibt Hamilton weiter, hätten er und Armstrong nach der elften Etappe der Tour de France dann nebeneinander Blutdoping betrieben. Der damalige Teamchef Johan Bruyneel soll dabei ebenfalls anwesend gewesen sein.

Auch die Behauptung, Armstrong sei während der Tour 2001 bereits positiv getestet worden, hat Hamilton erneuert. Angeblich soll Armstrong die "International Cycling Union" (UCI) dazu gebracht haben, diesen Vorfall zu vertuschen. Die UCI hat diesen Vorwurf bisher von sich gewiesen.