Jetzt ist es ausgesprochen: Australiens Schwimm-Ikone Ian Thorpe hat seine Homosexualität in einem emotionalen Fernsehinterview öffentlich gemacht. Das Gespräch ist zwar noch nicht ausgestrahlt worden, Auszüge gelangen jedoch an die Öffentlichkeit. Für seinen mutigen Schritt wird der 31-Jährige nun in den Medien gefeiert.

"Star Trek"-Schauspieler George Takei schrieb auf seiner offiziellen Facebook-Seite: "Gut für ihn. Ein wahrer Champion bleibt sich selbst treu". Der australische Turmspringer Matthew Mitcham sagte der Zeitung "Sydney Morning Herald", Ian Thorpe habe mit seinem mutigen Schritt ein inspirierendes Zeichen gesetzt. Er könne verstehen, dass Thorpe seine Homosexualität in der Vergangenheit geleugnet habe. Mitcham hatte sich vor seinem Olympiasieg 2008 in Peking als homosexuell geoutet.

Auch Thorpes Schwimmkollege Grant Hackett lobte den 31-Jährigen für dessen Mut. Hackett sagte im Gespräch mit "Nine Network": "Er ist homosexuell. Na und? Thorpe muss als ein großer Olympiasieger in Erinnerung bleiben und nicht als der Typ, der sich geoutet hat". Die lesbische Snowboarderin Belle Brockhoff meldete sich auf Twitter zu Wort und schrieb ihrem Landsmann: "Du hast unsere Liebe und unsere Unterstützung". US-Klatschreporter Perez Hilton schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Australiens Olympia-Schwimmer Ian Thorpe hat sich endlich als homosexuell geoutet. So mutig."

Ian Thorpe hatte in einem vorab aufgezeichneten TV-Interview ausführlich Stellung zu seiner Sexualität bezogen. Das Gespräch mit Moderator Michael Parkinson strahlt der australische Fernsehsender "Channel 10" am Sonntagabend aus. Ein Sprecher des Senders wollte die Meldung auf Anfrage der britischen BBC nicht bestätigen. Allerdings gelangten Zitate des Gesprächs vorab an mehrere australische Medien.

Darin erzählt Thorpe unter anderem, dass er bereits als Absolvent einer Jungen-Schule seine sexuelle Neigung verneint habe. "Die Lüge wurde dann so groß, dass ich meine Integrität infrage gestellt sah", erklärte Thorpe. Nun sei er so weit zu sagen: "Ich bin ein schwuler Mann und ich möchte nicht, dass junge Leute sich so fühlen müssen wie ich."

Der fünffache Olympiasieger war 2006 vom Leistungssport zurückgetreten. Er kündigte fünf Jahre später sein Comeback an, konnte sich aber nicht für Olympia 2012 qualifizieren. Anfang dieses Jahres hatte sich Thorpe wegen Depressionen in einer Klinik behandeln lassen. In dem Interview mit "Channel 10" soll Thorpe zudem sagen, er habe mit 19 das erste Mal Antidepressiva genommen. (kom)