Wäre das Leben ein Hollywoodfilm, Dereck Chisora und Wladimir Klitschkos Streifen würde vermutlich "Der Rüpel und der Gentleman" heißen. Die ewige Feindschaft zweier Boxer, die sich erst ganz zum Schluss als Freunde zusammenfinden und das Kinopublikum so zu Tränen rühren. Noch ist es allerdings nicht so weit. Denn noch ergehen sich die beiden Boxer in einer Feindschaft, die auch im Urlaub kein Halten kennt.

Der britische Schwergewichtsboxer Dereck Chisora und Dreifach-Weltmeister Wladimir Klitschko sind im Urlaub auf Ibiza fast aneinandergeraten. Klitschko habe mit Freunden einen Nachtclub auf der balearischen Insel besucht, als Chisora vor ihm aufgetaucht sei. "Er hat zu Wladimir gesagt: "Sollen meine Bodyguards das erledigen oder gehen wir beide raus vor die Tür'", schilderte Klitschko-Manager Bernd Bönte am Dienstag den Vorfall. Daraufhin habe sich Wladimir gesetzt und Chisora einen schönen Abend gewünscht.

Die britische Zeitung "Daily Mirror" hatte sogar von eine Schlägerei berichtet. Ordner hätten die Rivalen trennen müssen. "Davon stimmt nichts. Wladimir würde sich niemals auf eine Prügelei einlassen", sagte Bönte. "Es war ein reiner Zufall, dass sie während ihres Urlaubs aufeinandergestoßen sind", meinte Chisora-Trainer Don Charles.

Chisora hatte vor 17 Monaten den Ruf als Skandalboxer erworben. Damals ohrfeigte er Wladimirs Bruder Vitali Klitschko beim Wiegen vor dem WM-Kampf in München. Tags darauf im Ring bespuckte er den als Sekundanten amtierenden Wladimir Klitschko. Nach dem verlorenen Kampf lieferte er sich bei der Pressekonferenz mit seinem Landsmann und Ex-Weltmeister David Haye eine wüste Prügelei und drohte, ihn zu erschießen. Chisora wurde daraufhin vom britischen Verband gesperrt. Später boxte er mit Luxemburger Lizenz.

Sportlich läuft es bei ihm seitdem nicht besonders gut. Im großen Hass-Duell gegen David Haye vor einem Jahr, ging Chisora bereits in der fünften Runde K.O.

(dpa/ska)