Im Januar 2013 gab Lance Armstrong erstmals zu, seit Mitte der neunziger Jahre gedopt zu haben. Sieben Tour-de-France-Titel von 1999 bis 2005 wurden ihm aberkannt. In einem Interview mit dem Online-Magazin "Outside" sagt der ehemalige Profi-Radrennfahrer nun, er fühle sich nach wie vor als Sieger.

"Ja, ich finde ich habe diese Rennen gewonnen." Trotz Aberkennung von sieben Tour-de-France-Titel wegen Dopings fühlt sich Lance Armstrong nach wie vor als Gewinner der Radrennen. Das sagte ehemalige Radrennprofi in einem Videointerview mit dem Online-Magazin "Outside". Doch die Zeit seiner Siege sei schlimm gewesen. "Es war ein Wettrüsten und wir haben alle dieses Spiel gespielt."

Neben der Frage, ob er sich selbst als Sieger fühle, hält Armstrong die Frage nach der Meinung seiner damaligen Kontrahenten für sinnvoller. "Fragt man die anderen, die damals gefahren sind, denke ich, die Antwort zu kennen."

Allerdings steht der Amerikaner der Entscheidung, die Titel in den sieben Jahren nicht anderweitig vergeben zu haben, kritisch gegenüber. Wenn er nicht der Sieger sei, so müsse jemand anders gewonnen haben. "Es wäre respektlos dem Sport gegenüber, sieben Jahre frei zu lassen."

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Durch Enthüllungen der US-Antidoping-Agentur USADA verlor Armstrong im Jahr 2012 seine sieben Tour-de-France-Titel von 1999 bis 2005 und wurde zusätzlich mit einer lebenslangen Sperre belegt. Jahrelang leugnete der Texaner, verbotene Substanzen genommen zu haben. Erst Anfang 2013 räumte er in einem Interview mit der US-Talkmasterin Oprah Winfrey ein, seit Mitte der neunziger Jahre gedopt zu haben.

Ein hoher Preis

Ob der Preis, den er zahlen musste, hoch genug gewesen sei? "Egal was ich sage, es wird nicht akzeptiert werden. Ich weiß, was ich gebüßt habe. Manche sagen, es ist genug, andere sagen, ich sollte ins Gefängnis."

Der positive Effekt des Skandals: Lance Armstrong hat jetzt mehr Zeit und kümmert sich vor allem um seine Kinder und Familie. "Es war harte Arbeit, mir über 15 Jahre diese Karriere aufzubauen. Jetzt muss ich wenigstens nicht mehr so viel arbeiten." (frei)