Die Tenniswelt blickt heute auf New York. Bei den US-Open kommt es am heutigen Montagabend (23:00 Uhr auf Eurosport) zum Traumfinale zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal - die Nummer eins trifft auf die Nummer zwei der Welt. Dabei will der Spanier Nadal sein grandioses Comeback-Jahr 2013 mit einem Sieg krönen.

Als Rafael Nadal vor einem Jahr seine Teilnahme an den US Open absagte, war nicht sicher, ob er jemals wieder in New York spielen würde. Seine Karriere schien auf der Kippe. Zum wiederholten Mal zwang der eigene Körper den Spanier buchstäblich in die Knie. Die lädierten Gelenke bereiteten dem Tennisstar immer wieder Probleme, eine siebenmonatige Verletzungspause ließ seine Fans das Schlimmste befürchten. Auch wenn ein vorzeitiges Karriereende abgewendet wurde, blieb doch die bange Frage: Würde Nadal je wieder zu alter Stärke zurückfinden?

Comeback 2013: Besser denn je?

216 Tage nach seinem Comeback-Spiel kann diese Frage mit einem klaren "Ja" beantwortet werden. Nadal steht im Finale der US Open, zum dritten Mal in seiner Karriere. Der Titel in Flushing Meadows könnte die Krönung eines erfolgreichen Comebacks werden. Seit seiner Tour-Rückkehr im Februar hat Nadal 53 von 56 Spielen gewonnen. Bei elf Finalteilnahmen gelangen ihm neun Turniersiege, unter anderem bei den French Open sowie den Masters-Turnieren von Indian Wells, Madrid, Rom, Montreal und Cincinnati. Solch einen unglaublichen Erfolg wird selbst Nadal nicht erwartet haben. Auch in der Weltrangliste hat sich der Spanier im Laufe des Jahres wieder verbessert. Zwischenzeitlich abgerutscht auf Platz fünf, ist er aktuell wieder die Nummer zwei.

Aber Nadals gesundheitliche Probleme sind keineswegs aus der Welt. Sein Onkel und Trainer Toni Nadal betonte unlängst, "Rafa" könne in Zukunft nie mehr ohne Schmerzen spielen. Es bleibt angesichts seiner Krankenakte fraglich, wie lange er den hohen Anforderungen des Tenniszirkus noch standhalten kann.

Djokovic gegen Nadal: Duell der Giganten

Schon zweimal standen sich Nadal und der Serbe Djokovic im Finale der US Open gegenüber. Die Bilanz ist dabei ausgeglichen. Während der Spanier das erste Duell 2010 für sich entschieden hatte, triumphierte der "Djoker" im Jahr darauf. Heute Nacht treffen die beiden erneut im Arthur-Ashe-Stadium aufeinander. Nadal dürfte als leichter Favorit in die insgesamt 37. Begegnung der beiden gehen. Die Bilanz des Spaniers auf Hartplatz in diesem Jahr ist herausragend. Noch hat er kein einziges Spiel verloren. Nadal scheint sich seit seiner Verletzung mit dem ehemals ungeliebten Untergrund angefreundet zu haben, was die Aufgabe für Djokovic umso schwieriger macht.

Noch hat der Serbe auf hartem Untergrund mit einer Bilanz von elf zu sechs Siegen gegen Nadal die Nase vorn. Doch selbst dieser Vorteil könnte sich als Makulatur erweisen. Im direkten Duell führt Nadal nämlich 21 zu 15, auch das jüngste Match der beiden in Cincinnati gewann der Mallorquiner. Djokovic weiß: "Nadal spielt derzeit auf Hartplatz so gut wie nie zuvor."

Dennoch übt sich Nadal in Understatement: "Seien wir doch mal ehrlich, in einem Finale würde ich lieber gegen einen spielen, gegen den ich größere Chancen hätte zu gewinnen", sagt der Spanier. Obwohl sich beide die Favoritenrolle gegenseitig zuschieben, würde man es dem Spanier wünschen, nach einem für ihn sehr schwierigen Jahr als Sieger vom Platz zu gehen. Denn wie oft er noch ein Grand-Slam-Finale erreichen kann, ist auf Grund seiner Knieprobleme nicht vorhersehbar. Rafael Nadal weiß das.