Schon an Tag eins war eine historische Sensation in Wimbledon perfekt: Tennis-Weltstar Rafael Nadal, noch vor knapp zwei Wochen strahlender Sieger bei den French Open, ist in der ersten Runde des Rasenturniers in London gescheitert. Es ist das erste Mal überhaupt, dass sich der Mallorquiner schon nach dem Auftaktmatch aus einem Grand-Slam-Turnier verabschieden muss. Das spanische Kraftpaket unterlag dabei einem klaren Außenseiter: Steve Darcis. Nur ausgewiesenen Tennis-Experten dürfte dieser Name etwas sagen. Wir bringen Licht ins Dunkel: Wer ist der belgische French-Open-Sieger-Besieger?

Für Rafael Nadal scheint der Heilige Rasen von Wimbledon langsam zu einem Fluch zu werden. Bereits im vergangenen Jahr musste der Tennis-Profi früh in London die Koffer packen. Danach laborierte er sieben Monate an einer Knieverletzung und musste alle Turniere sowie Olympia absagen.

Bei seinem Comeback nach der langen Verletzungspause zeigte sich Rafael Nadal jedoch wieder in brillanter Form: Erst im Mai 2013 gewann "Rafa" zum achten Mal die French Open und räumte dabei im Halbfinale die Nummer eins der Tennisweltrangliste, Novak Djokovic, aus dem Weg. Auch die Schweizer Tennis-Größe Roger Federer musste sich in diesem Jahr schon zweimal Nadal geschlagen geben.

Doch nur zwei Wochen nach seinem historischen Triumph in Paris ereilte den 27-Jährigen überraschend das frühe Aus in Wimbledon.

Nadal-Bezwinger Steve Darcis ist ein "Hai"

Dabei hat sich sein Gegner Steve Darcis im internationalen Tennis bisher kaum einen Namen gemacht. Auf Twitter folgen Nadal mehr als 4,5 Millionen Menschen, seinem Konkurrenten Darcis gerade mal 4.754. Der 29-jährige Belgier belegt aktuell Platz 135 in der Tennisweltrangliste. Er musste sich nur deshalb nicht in der Qualifikation für Wimbledon beweisen, weil er noch als Nummer 105 gelistet war, als die Startplätze für das englische Rasenturnier sechs Wochen zuvor vergeben wurden.

Darcis ist seit 2003 Profi und hat bisher erst zwei kleinere ATP-Turniere (2007 in Armersfoort und 2008 in Memphis) gewonnen. Im Mai 2008 erlangte er mit Rang 44 seine bisher höchste Platzierung in der Tennis-Weltrangliste. Er trägt den Spitznamen "shark" (deutsch: Hai) und hat sich das Tier auch als Tattoo-Motiv auf die Schulter verewigen lassen. Er leitet seine Leidenschaft für die Meeresbewohner und für das Fischen von seinem Sternzeichen Fische ab.

Darcis hat bisher mehr Profi-Matches verloren als gewonnen, auch 2013 lief es mit sechs Niederlagen und zwei Siegen nicht gerade erfolgreich für den Belgier. Mehr als die zweite Runde hat er in Wimbledon noch nie erreicht.

Vielleicht hat ihm die Geburt seiner Tochter neue Kraft gegeben: Nur einen Monat vor seinem sensationellen Sieg gegen Rafael Nadal wurde Steve Darcis Vater der kleinen Camille. (com)