Beim Rodeln dominieren deutsche Athleten seit Jahren wie bei kaum einer anderen olympischen Disziplin. Alle Informationen zu den Rodel-Wettbewerben bei Olympia 2018 finden Sie hier im Überblick.

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Diese Rodel-Wettbewerbe stehen bei Olympia auf dem Programm

Im "Olympic Sliding Centre" werden insgesamt vier Rodel-Wettbewerbe ausgetragen. Neben den beiden Einzeldisziplinen bei Männern und Frauen gibt es bei den Spielen 2018 auch ein Doppelsitzer-Rennen und einen Teamwettbewerb.

Während beim Doppelsitzer nur die Herren an den Start gehen dürfen, wird der Teamwettbewerb in gemischten Mannschaften ausgetragen.

Die beiden Einzelwettbewerbe bestehen wie auch schon in den vergangenen Jahren aus vier Einzelläufen. Die Ergebnisse der Läufe werden zu einem Gesamtergebnis addiert.

Wer Edelmetall gewinnen will, muss nicht nur schnell, sondern auch konstant fahren. Im Doppelsitzer werden die Olympiasieger in nur zwei Läufen ermittelt.

Die gemischten Teams bestehen aus je zwei Männern und Frauen. In die Gesamtwertung gehen sowohl Einzel- als auch ein Doppelsitzer-Rennen ein.

Die Wettkämpfe im Rennrodeln in der Übersicht:

  • Einzelwettbewerb Herren: 10. (1. und 2. Lauf) und 11. (3. und 4. Lauf) Februar 2018, 10.50 Uhr MEZ
  • Einzelwettbewerb Damen: 12. (1. und 2. Lauf) und 13. (3. und 4. Lauf) Februar 2018. 11.30 MEZ
  • Doppelsitzer Herren: 14. Februar 2018, 12.20 Uhr MEZ
  • Teamwettbewerb: 15. Februar 2018, 13.30 Uhr MEZ

Worauf es beim Rodeln ankommt

Beim Start kommt es darauf, durch Anschiebbewegungen mit den Händen so schnell wie möglich Tempo aufzunehmen und die Rennposition einzunehmen.

Gelenkt wird in erster Linie über zwei Bügel am vorderen Ende des Rodelschlittens. Druckverlagerungen mit den Beinen erlauben es, Richtungsänderungen zu vollziehen.

Zudem führen die Rodler durch Gewichtsverlagerungen leichte Lenkbewegungen aus. Eine besondere Herausforderung beim Rennrodeln ist das Kurventiming.

Denn der Kopf soll aus aerodynamischen Gründen weitgehend unten bleiben, dementsprechend ist die Sicht eingeschränkt.

Umso wichtiger sind Streckenkenntnisse für eine erfolgreiche Fahrt.

Nicht zuletzt ist Rodeln auf Wettkampf-Niveau immer auch eine Frage des Materials. So gelten Spitzenrodler wie die mittlerweile zurückgetretenen Georg Hackl und Armin Zöggeler als besessene Tüftler.

Im Übrigen unterscheiden sich Bobfahren und Skeleton - die beiden anderen olympischen Wettbewerbe im Eiskanal - nicht nur hinsichtlich des Materials, sondern auch in der Art und Weise, wie der Schlitten gelenkt wird.

Die olympische Disziplin Rodeln in der Übersicht

Rodeln – eine deutsche Domäne

Ein Blick auf die Siegerlisten der olympischen Winterspiele im Rodeln genügt und man weiß, dass es für deutsche Starter im Vierjahrestakt Medaillen regnet.

So kamen auch bei den Spielen in Sotschi alle Olympiasieger im Rodeln aus Deutschland und die Goldrodler von Sotschi sind allesamt in Pyeongchang wieder am Start.

Allen voran Felix Loch möchte mit seiner vierten olympischen Goldmedaille zum Rekordolympioniken aufsteigen.

Im Frauen-Rodeln will Weltcup- und Olympiasiegerin Natalie Geisenberger wieder zu Gold rodeln.

Ein Selbstläufer wird der Olympiasieg allerdings nicht. So musste sich Felix Loch in der Saison 2016/17 im Gesamtweltcup Roman Repilow geschlagen geben.

Der junge Russe (Jahrgang 1996) zählt daher 2018 zu den ganz heißen Medaillenkandidaten.

Eine der kuriosesten Skandale der Olympiageschichte

Die erste Austragung olympischer Rennrodelwettbewerbe fand 1964 statt. Schon vier Jahre später - 1968 in Grenoble - ereignete sich im Rahmen der Rodelwettbewerbe ein kurioser Olympiaskandal.

Dort wurden drei DDR-Rodlerinnen disqualifiziert. Zum Zeitpunkt des Ausschlusses lagen diese auf den Spitzenplätzen 1, 2 und 4. Doch was war der Grund für die Disqualifikation?

Der Vorwurf lautete, dass die Kufen der DDR-Schlitten erwärmt worden waren, um sich einen unerlaubten Vorteil zu verschaffen.

Das erzeugte damals große Aufregung und wurde auch Jahrzehnte später diskutiert. Denn die Umstände der Disqualifikation muten aus heutiger Sicht eher zweifelhaft an.

Ob die Kufen eine regelkonforme Temperatur hatten, wurde damals durch einen "Schneettest" ermittelt.

Einer der Offiziellen ließ dabei Schnee auf Kufen rieseln. Sollte dieser liegen bleiben, wäre die Temperatur regelkonform.

Ein Temperaturmessgerät hätte zweifellos verlässlichere Ergebnisse geliefert.

Jahre später kamen außerdem erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Jurymitglieds auf, das diesen "Schneetest" durchgeführt hat.

Der polnische Offizielle wurde unmittelbar vor den Spielen vom österreichischen Verband zu einem Kongress eingeladen.

Das bemerkenswerte daran: Es fand zu diesem Zeitpunkt überhaupt kein Kongress statt, an dem der Offizielle hätte teilnehmen können. Sehr wahrscheinlich hat es sich also um einen bezahlten Urlaub gehandelt.

Mit etwas Fantasie kann man sich vorstellen, welche Gegenleistung der Offizielle in Grenoble für den Urlaub erbracht hat.

Das wichtigste zum Rodeln bei Olympia zusammengefasst

  • Wettkampf-Highlights: Entscheidungen in den Einzelwettbewerben der Damen (13. Februar, 11.30 Uhr MEZ) und Herren (11. Februar, 10.50 Uhr MEZ)
  • Wettkampfstätten: Olympic Sliding Centre
  • Medaillen-Favoriten: Natalie Geisenberger und Felix Loch
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