Bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang herrschen bei der Behandlung der vielen freiwilligen Helfer skandalöse Zustände. Viele Volunteers haben nun hingeschmissen.

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Die Organisatoren von Pyeongchang hätten es eigentlich besser wissen müssen: Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Erfolg von Olympischen Spiele auch immer von den vielen freiwilligen Helfern abhängt, die den Laden am Laufen halten.

Sie kümmern sich um das Wohl der Gäste, sorgen für Sicherheit, beantworten geduldig Fragen, fungieren als Wegweiser - und sie tun das umsonst, aus Überzeugung und im Normalfall aus Spaß an der Freude.

Das Mindeste, was man da also von den Organisatoren erwarten könnte, wären doch ordentliche Unterkünfte, genießbares Essen und eine nette Betreuung. Das ist in Pyeongchang aber wohl keineswegs der Fall.

Volunteers schmeißen hin

Wie "Zeit online" berichtet, haben nun rund 2.400 Helfer hingeschmissen, weil sie die Umstände ihres Volunteer-Daseins nicht mehr als tragbar empfinden.

Sie hätten keine Zeit für Essenspausen, die Kosten für teils weite Anreisen zu den Einsatzorten müssten sie größtenteils selbst übernehmen - und damit nicht genug.

Laut "Zeit online" haben die Volunteers bereits mehr als 60 Petitionen an das Präsidentschaftshaus in Seoul geschickt. In den Unterkünften würden mitunter zehn Personen in einen Raum gepfercht, der für maximal vier Leute geeignet sei.

Das Essen sei fettig, oft kalt und kaum zu genießen. Die südkoreanische Tageszeitung "Seoul Shinmun" hatte schon vor Wochen getitelt: "Selbst Gefängnisnahrung ist besser als das hier!"

Zudem gebe es kein heißes Wasser und keine Möglichkeit, Wäsche zu waschen. "Wir haben Probleme, durch den Tag zu kommen", zitiert "Koreaherald.com" einen Volunteer.

Die Organisatoren von Pyeongchang sollten ihre Freiwilligen schleunigst besser behandeln, bevor auch der Rest die Segel streicht.

Denn schließlich werden die Volunteers auch noch bei den Paralympischen Spielen vom 9. bis zum 18. März gebraucht. (ska)

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