Steffi Graf wird 50: Das Leben der Tennis-Legende in Bildern

Sie gilt nach wie vor als eine der besten Tennisspielerinnen, die der Sport je gesehen hat: Steffi Graf. Am 14. Juni feiert die Sport-Legende ihren 50. Geburtstag. Wir blicken auf ihr besonderes Leben zwischen Tennis und Familie zurück. © spot on news

Stefanie "Steffi" Graf wird am 14. Juni 1969 in Mannheim geboren. Schon mit drei Jahren beginnt Steffi mit dem Tennisspielen. Mit fünf Jahren gewinnt sie das "Deutsche Jüngstes-Tennisturnier" in München und ist seitdem nicht mehr zu stoppen. Das Bild zeigt Steffi Graf 1981 mit einem ihrer ersten großen Pokale.
Boris Becker (re.), den anderen deutschen Tennis-Superstar ihrer Generation, kennt Steffi Graf ebenfalls seit ihrer Kindheit, hier ein Gruppenbild von 1980.
Ihre Eltern unterstützen ihre Tochter in ihrem Berufswunsch. Ihr Vater, Tennistrainer Peter Graf (1938-2013) hat das Talent seiner Tochter früh erkannt und gefördert. Über die Jahre wird er maßgeblich am Aufstieg seiner Tochter beteiligt sein. Auch Steffi Grafs Mutter Heidi hilft der Sportlerin, wo sie kann.
Bereits bis 1985 entwickelt Steffi Graf ihre ganz eigene Spieltechnik: Sie zeichnet sich vor allem durch ihre Schnelligkeit und eine hart geschlagene rechte Vorhand aus und wird seit ihrer ersten Hallenmeisterschaft 1981 als "Tennis-Wunderkind" bezeichnet.
Seit Steffi Graf dreizehn Jahre alt ist, ist sie als Profispielerin angemeldet. Kein Wunder, dass neben der Presse auch andere Stars am Wunderkind interessiert sind. Hier posiert Steffi Graf zusammen mit Superstar Tina Turner.
Im Jahr 1987 gelingt ihr der endgültige Durchbruch. Mit dem Sieg in Paris gegen Martina Navrátilová erobert Steffi Graf erstmals Platz eins der Weltrangliste. Wegen ihrer starken Vorhand wird sie seitdem auch als "Fräulein Vorhand" oder "Gräfin Gnadenlos" bezeichnet.
Das entscheidende Jahr: 1988 gewinnt Steffi Graf vier Grand-Slam-Turniere und siegt im gleichen Jahr außerdem bei den Olympischen Spielen (Foto). Damit geht die Tennisspielerin in die Sportgeschichte ein. Als erste und bisher einzige Tennisspielerin gelingt ihr dadurch der sogenannte Golden Slam.
Durch den Golden Slam wird sie nicht nur zur Weltsportlerin des Jahres gewählt, sondern bekommt noch einmal einen enormen Schwung an Aufmerksamkeit. Alle lieben die bescheidene, sympathische Steffi aus Deutschland - mittlerweile kann sie kein Match verlassen, ohne fleißig Autogramme schreiben zu müssen.
1989 gilt Steffi Graf als lebende Legende und sahnt auch weiterhin Pokale und Medaillen ab. 1989 schafft sie einen dreifachen Grand-Slam-Sieg und auch finanziell läuft es für Graf: Bis 1989 gewinnt die Tennisspielerin insgesamt über zehn Millionen D-Mark an Preisgeldern.
Kein Wunder, dass auch die Modebranche auf die attraktive junge Sportlerin aufmerksam wird, die scheinbar einen ganzen Sportzweig revolutioniert und verjüngt. Dank dem Tennis-Wunderkind ist es auf einmal angesagt, sich für Tennis zu interessieren.
Grafs Siegeszug hält bis zum April 1990 an, als sie nach 66 Siegen in Folge bei den German Open gegen die aufstrebende Jugoslawin Monica Seles (li.) verliert.
Zeitgleich sorgt Steffi Grafs Vater Peter für Aufsehen und lenkt so auch seine Tochter immens ab: Die "Bild" behauptet, dass Peter Graf aus einer Affäre mit einem Nacktmodell ein gemeinsames Kind habe. Zusätzlich dazu ermittelt seit 1995 die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Steffi Graf und ihren Vater. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung.
Nach jahrzehntelangem Spiel macht sich nach den erneut erfolgreichen Jahren 1995 und 1996 auch langsam der körperliche Verschleiß des Profisports bemerkbar. Steffi Graf muss deswegen auf einige Spiele verzichten.
Wegen Steuerhinterziehung wird Peter Graf 1997 zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Ermittlungsverfahren gegen Steffi Graf wird eingestellt. Man glaubt ihr, dass sie sich nur auf den Sport konzentriert hatte. Trotzdem setzt Steffi Graf die Zeit enorm zu, immer wieder verliert sie Spiele und muss 1997 nach einer Operation verletzt aussetzen. Im Juni 1998 wird sie zum ersten Mal seit 1983 nicht mehr in der Weltrangliste geführt.
Doch Steffi Graf wäre nicht das Tennis-Wunderkind, wenn sie sich nicht wieder hochkämpfen würde. 1999 gewinnt die mittlerweile 29-Jährige noch einmal ein Grand-Slam-Turnier.
Im Finale der French Open 1999 besiegt sie die Weltrangerste Martina Hingis, die Graf noch am Tag zuvor beleidigte und sie aufgefordert hatte, nach einer erneuten Niederlage doch endlich den Platz für jüngere Generationen zu räumen. Graf bezeichnete diesen hart erkämpften Sieg später als "den schönsten ihrer Karriere".
Dann der Kracher: Am 13. August 1999 verkündet Steffi Graf während einer Pressekonferenz ihren sofortigen Rücktritt vom Profitennis. Obwohl sie sich zurück auf den dritten Platz der Weltrangliste gearbeitet hatte, musste sie mehrere Spiele verletzungsbedingt aufgeben - und unter dauerhaften Schmerzen zu spielen, kommt für Graf nicht in Frage.
Alles neu: Im Jahr 1999 beendet Steffi Graf neben ihrer Profikarriere auch die lange Beziehung zu ihrem Freund, dem Rennfahrer Michael Bartels (re.).
Dann beginn ihr zweites Leben. Steffi Graf und der ein Jahr jüngere US-Tennis-Profi Andre Agassi werden ein Paar.
Liebe geht in diesem Fall durch den Sport: Andre Agassi und Steffi Graf heiraten am 22. Oktober 2001. Für Graf ist es die erste Ehe, Agassi war bereits von 1997 bis 1999 mit der Schauspielerin Brooke Shields verheiratet.