US Open: Serena Williams verliert gegen Naomi Osaka in einem historischen Finale

Das Frauenturnier der US Open endet mit einer Sensation: Die Japanerin Naomi Osaka besiegt Favoritin Serena Williams. Doch das ist nicht der Grund, warum das Spiel in aller Munde ist. Die Verliererin wütete als weibliche Adaption des McEnroe, dass der Platz bebte. Sie schrie, schimpfte, fluchte, weinte - und zertrümmerte ihren Schläger. Ein Rückblick.

Am Ende steht es fest: Die Japanerin Naomi Osaka gewinnt das Finale der US-Open in einem historischen Match. Es ist der erste Grand-Slam-Titel für Japans Tennis. Erinnern wird man sich aber an das Spiel vor allem wegen der Streitigkeiten von Serena Williams mit dem Schiedsrichter. Williams sorgt für einen handfesten Eklat. Was passiert ist, sehen Sie in dieser Galerie ...
Serena kämpft, verliert den ersten Satz aber mit 2:6 deutlich gegen Naomi Osaka. Williams wirkt schon zu Beginn nervös. Im ersten Satz unterlaufen ihr vier Doppelfehler. Ihr sonst so starker Aufschlag geht zu oft daneben.
Serena versucht zwar, das Tempo anzuziehen, steigert dabei aber nur ihre Akustik. Osaka spielt in stoischer Ruhe und sichert sich Punkt um Punkt.
Anfang des zweiten Satzes wird sie von Schiedsrichter Carlos Ramos wegen unerlaubten Coachings von der Tribüne verwarnt.
Sie hat verbotene Anweisungen ihres Trainers Patrick Mouratoglou erhalten. Der Franzose gibt das später gegenüber dem TV-Sender ESPN auch zu. Serena sieht das aber das anders: "Ich betrüge nicht, um zu gewinnen. Da verliere ich lieber", fährt sie den Schiedsrichter an.
Williams legt sich mit Schiedsrichter Carlos Ramos nicht nur einmal an. Sie kann oder will sich einfach nicht beruhigen. "Ich betrüge nicht, ich habe eine Tochter", ruft sie. Der Streit zwischen den beiden überlagert gleich mehrere Aufschlagspiele.
Serena Williams findet überhaupt nicht zu ihrem Spiel und das lässt sie sich deutlich anmerken.
Nach ihrem Aufschlagverlust zum 3:2 ließ sie ihrer Wut freien Lauf und zertrümmerte ihren Schläger. Wieder verwarnt sie Schiedsrichter Ramos, diesmal mit Punktabzug.
Naomi Osakas überlegenes Spiel geht bei dem ganzen Ärger etwas unter. Die bleibt in dem Trubel ruhig, konzentriert und sichert sich verdient ihren ersten Grand-Slam-Titel. Auch Serena Williams hadert zwar mit dem Schiedsrichter, wirft ihm später sogar Sexismus vor. Dennoch bleibt sie eine faire Verliererin gegenüber Osaka, findet Worte des Lobs für sie nach dem Spiel.
Dennoch: ein bitterer Beigeschmack dürfte bleiben. Während Siegerin Naomi Osaka ihren Sieg feiert, verweigert Serena Williams dem Stuhlschiedsrichter den Handschlag. Vor dem Spiel noch nannte Osaka Serena Williams ihr Idol. Ein gutes Vorbild ist die mehrfache Weltranglistenerste an dem Tag nicht gewesen.