Wimbledon: Finale zwischen Novak Djokovic und Roger Federer - Sport vom anderen Planeten

Es war das längste Finale der Geschichte in Wimbledon und ein emotionaler Höllenritt für alle Beteiligten. Wie zwei Tennis-Virtuosen alle Zuschauer an den Rand des Wahnsinns trieben.

Die Ruhe vor dem Drama: Roger Federer (l.), der mit 20 Grand-Slam-Titeln erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten, trifft auf Novak Djokovic, den Weltranglistenersten und Titelverteidiger in Wimbledon.
Von Beginn an stellen beide Spieler unter Beweis, warum sie seit Jahren - zusammen mit Rafael Nadal - den Tennissport dominieren. Es entwickelt sich ein begeisternder Schlagabtausch. Der Serbe Djokovic entscheidet den ersten Satz knapp im Tiebreak für sich - schon der erste Durchgang dauert fast eine Stunde.
Wer aber den "Maestro" aus der Schweiz in seinem "Wohnzimmer", dem Center Court an der Church Road, besiegen will, der braucht einen langen Atem. Das bekommt Djokovic im zweiten Satz zu spüren. Er hat in dieser Phase Federers druckvollem Spiel nichts entgegenzusetzen und verliert den Durchgang mit 1:6 und nach nur 25 Minuten.
Das Spektakel im Londoner All England Club lassen sich traditionell auch zahlreiche Prominente nicht entgehen. Unter anderem zählen US-Model Kendall Jenner, ...
... Fußball-Weltmeister Olivier Giroud ...
... sowie Victoria und David Beckhams ältester Sohn Brooklyn (mit Model-Freundin Hana Cross) zu den Gästen.
Djokovic findet im dritten Satz wieder besser zu seinem Spiel und kann die Partie ausgeglichener gestalten. Es geht wieder in den Tiebreak - erneut mit besserem Ende für den Serben - 2:1 für den "Djoker".
Trotzdem wirkt Wimbledon-Rekordsieger Federer - auch dank seines phänomenalen Aufschlags - lange Zeit als der bessere Spieler.
Der Schweizer egalisiert erneut einen Satzrückstand und entscheidet den vierten Durchgang mit 6:4 für sich.
Die emotionale Achterbahnfahrt gipfelt also in einem entscheidenden fünften Satz. Die Partie bekommt das ihr angemessene Finale - sehr zur Freude des begeisterten Publikums.
Die Lage spitzt sich zu. Beide Spieler zeigen nun ihr bestes Tennis. Es ist klar, dass Nuancen über den Titel beim prestigeträchtigsten Turnier der Welt entscheiden würden. Es ist eine schweißtreibende Angelegenheit ...
... und auch Herzogin Kate, die mit ihrem Gatten William auf der Ehrentribüne sitzt, ist offensichtlich begeistert.
Der Krimi erreicht seinen Höhepunkt. Federer hat beim Stande von 8:7 und eigenem Aufschlag zwei Matchbälle. Erst fliegt eine Vorhand seitlich ins Aus, dann passiert ihn Djokovic am Netz. Der Serbe schafft das Re-Break. Der Wahnsinn ist längst nicht zu Ende.
Die Tennis-Künstler treiben die Spannung auf die Spitze. Zum ersten Mal in einem Einzel kommt in Wimbledon die neue Regelung zur Anwendung, nach der im fünften Satz beim Stande von 12:12 ein Tiebreak über den Sieger entscheidet.
Letztlich behält Djokovic mit 7:6 (7:5), 1:6, 7:6 (7:4), 4:6 und 13:12 (7:3) in 4:57 Stunden die Oberhand und holt seinen fünften Titel an der Church Road - den 16. Grand-Slam-Erfolg insgesamt.
Völlig erschöpft und überwältigt geht "Nole" nach dem Triumph erstmal in die Knie und lässt das Erlebte auf sich wirken. Später sagt der Serbe: "Das war das aufregendste Finale mit dem größten Nervenkitzel, in dem ich jemals Teil war. Unglücklicherweise musste einer in diesem Spiel verlieren."
Federers große Enttäuschung kann selbst Trost durch Herzogin Kate nicht lindern: "Ich habe das Gefühl, dass ich eine unglaubliche Möglichkeit verpasst habe. Ich werde versuchen, es zu vergessen. Ich hoffe, ich gebe anderen Leuten die Chance zu glauben, dass es mit 37 Jahren noch nicht vorbei ist. Ich habe alles gegeben", sagt der "Maestro".
Auch Djokovics erneute Krönung hat dann natürlich royalen Touch ...
... und der sichtlich erleichterte Serbe nimmt zum fünften Mal die wichtigste Tennis-Trophäe der Welt in Empfang.
Am Ende eines denkwürdigen Sonntags bleiben also zwei strahlende Sieger: Novak Djokovic - und der Tennis-Sport.