- Der märchenhafte Lauf von Tatjana Maria in Wimbledon ist vorbei.
- Trotz eines starken Kampfes verpasst die 34-Jährige gegen ihre gute Freundin Ons Jabeur den sensationellen Einzug ins Finale.
Tatjana Maria atmete tief durch und konnte nach der innigen Umarmung durch ihre gute Freundin
"Es war schwierig, ihren Bällen hinterher zu laufen. Sie muss für mich grillen, um all mein Gerenne auf dem Platz wieder gutzumachen", sagte Jabeur lachend. Direkt nach ihrem Matchball holte sie
Tatjana Maria mit größten Erfolg ihrer Karriere
Für den größten Erfolg ihrer Karriere kassiert Maria umgerechnet 626.000 Euro. Die Überraschung des Turniers konnte damit nicht als sechste deutsche Tennisspielerin nach Cilly Aussem, Hilde Krahwinkel,
Mit einem breiten Lächeln ging Maria vor dem ersten Punkt über den Platz, einträchtig winkten die beiden Freundinnen ein paar Schritte voneinander getrennt ins Publikum. Maria setzte vorab wieder auf ihre gewohnten Routinen. Mit ihrer Tochter Charlotte besichtigte sie zwar morgens den Center Court, die Partie verfolgte die Achtjährige dann wie gewohnt aus der Kinderbetreuung der Anlage. "Wir wollen da nichts ändern", sagte Maria vor der Partie. "Sie drückt mir da die Daumen und schaut es dort auf dem Fernseher an. Das ist für sie ein Match wie alle anderen auch, deswegen lassen wir das so."
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Dass es für beide Spielerinnen kein gewöhnliches Match war, zeigte sich in der Anfangsphase. Maria setzte wie gewohnt auf ihre unorthodoxe Spielweise mit vielen unterschnittenen Bällen auch auf der Vorhand, Jabeur ließ sich auf das Slice-Duell ein, alleine das erste Spiel dauerte acht Minuten. Nervenstark wehrte Maria drei Breakbälle ab und holte sich das 1:0.
Jabeur lässt Maria mit ihren Stoppbällen laufen
Doch Jabeur behielt das Kommando, ließ Maria mit ansatzlosen Stoppbällen laufen und zog langsam auch das Tempo an. Drei Spiele in Serie holte die Siegerin des Vorbereitungsturniers von Berlin. Als Jabeur einen spektakulären Punkt nach einem Halbvolley mit Pirouette verlor, mussten beiden Spielerinnen lächeln. Doch die Favoritin machte ernst. Eiskalt zeigte sie Maria die Grenzen auf und verwandelte den ersten Satzball durch einen Fehler ihrer Gegnerin nach nur 38 Minuten.
Dreimal hatte Maria bereits zuvor im Turnier den ersten Durchgang verloren und war doch mit großer Laufbereitschaft immer wieder zurückgekommen. Als sie zwei Breakbälle beim Stand von 1:1 abwehrte, zeigte sie die Faust in Richtung ihrer Box, in der Ehemann und Trainer Charles-Edouard applaudierte. Erstmals konnte Maria auch Jabeur bei deren Aufschlag unter Druck setzen und nutzte per Stopp direkt ihren ersten Breakball. Jabeur zeigte Nerven, streute neben Zauberbällen auch immer mehr Fehler ein, Maria zog auf 4:1 davon.
Einen ersten Satzball ließ Maria beim Stand von 5:2 und Aufschlag Jabeur noch aus, bei eigenem Service durfte sie nach einem missglückten Stopp ihrer Gegnerin nach insgesamt 76 Minuten jubeln. Der entscheidende Durchgang begann denkbar schlecht, Jabeur schaffte mit einem Passierball das frühe Break - und war plötzlich nicht mehr zu stoppen. Als Maria durch einen unnötigen Fehler am Netz das 0:4 kassierte, küsste Jabeur ihren Finger und schaute glücklich gen Himmel. Noch ein letztes Mal brachte Maria ihren eigenen Aufschlag durch - und war dann doch geschlagen. (dpa/lh)