In Zeiten des Klimawandels ist auf den Schnee kein Verlass mehr. Das bekommen die Biathletinnen und Biathleten in Oberhof zu spüren. Deshalb kam ihr Schnee aus dem Ruhrgebiet. Im Lkw. Die Biathletin Franziska Preuß verteidigt das Recycling nun gegen Kritik.

Mehr Wintersport-Themen finden Sie hier

Die Erfindung der so genannten Schneekanone macht den Wintersport in der Regel unabhängig von den Launen des Wetters. Im thüringischen Oberhof aber genügte selbst deren Einsatz nicht, um die Austragung des Biathlon-Weltcups zu sichern.

Die Idee, deshalb Kunstschnee aus dem 400 Kilometer entfernten Gelsenkirchen herbeizuschaffen, stieß bei Umwelt- und Klimaschützern auf Kritik. Immerhin mussten zu diesem Zweck 30 Lastkraftwagen durch die halbe Republik fahren.

Franziska Preuß, eine der besten deutschen Biathletinnen, findet daran nichts Verwerfliches und antwortete vor Beginn der Wettkämpfe den Kritikerinnen und Kritikern.

Preuß: "Schnee kommt zweimal zum Einsatz"

"Dass der Schnee von Schalke genutzt wird, um in Oberhof die Grundpräparation zu machen, finde ich, ehrlich gesagt, nicht verkehrt", sagte die 25-Jährige, die in Oberhof krankheitsbedingt nicht am Start ist, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Der nunmehr recycelte Schnee wurde ursprünglich für die World Team Challenge am 28. Dezember 2019 in der Schalker Fußball-Arena produziert.

"So kommt er zweimal zum Einsatz", ergänzte Preuß. "Und ohne dass ich der große Experte bin, glaube ich, dass die Energiebilanz bei einem Biathlon-Weltcup im Vergleich mit anderen Sportveranstaltungen oder sonstigen Events nicht so schlecht ausfällt."

Auch die Athleten würden sich Gedanken machen und versuchen, "unseren Sport so nachhaltig wie möglich zu gestalten", fügte Preuß an. (hau/dpa)

Bildergalerie starten

Laura Dahlmeier nimmt Abschied: Ihre Karrierehöhepunkte

Im Mai 2019 erklärte Laura Dahlmeier das Ende ihrer Biathlon-Laufbahn. Am 28. Dezember fand ihr großes Abschiedsrennen in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen statt. Wir blicken zurück auf die Höhepunkte der Bilderbuchkarriere der Garmisch-Partenkirchenerin, die unter anderem zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gewann.