Die deutschen Biathleten im WM-Medaillen-Check

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Vier Siege haben die deutschen Biathleten im bisherigen Saisonverlauf eingefahren, dazu neun zweite Plätze und acht dritte Plätze verbucht. Aber wie gut stehen die Medaillen-Chancen für die Titelkämpfe bei der WM im schwedischen Östersund (7. bis 17 März)? Der Check liefert Antworten. © AFP

Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/31): Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin erlebte eine ziemlich zähe Saison - bis zum Weltcup in Soldier Hollow. Da eroberte sie zweimal alleine sowie mit der Mixed-Staffel das Podest. Nicht nur schoss Hildebrand endlich wieder zielsicher wie zu besten Zeiten, sie konnte auch in der Loipe mithalten. Vor allem im Einzel und im Massenstart kann man mit ihr rechnen. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent.
Denise Herrmann (Oberwiesenthal/30): Die ehemalige Langläuferin brennt regelmäßig die schnellsten Zeiten in den Schnee. Wenn sie am Schießstand halbwegs ordentlich durchkommt, ist eine vordere Platzierung nahezu sicher. Das Problem: Dies gelingt ihr zu selten. Im Sprint besitzt sie ihre besten Chancen, bei einem guten Ergebnis dort auch in der Verfolgung. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent.
Franziska Preuß (Haag/24): Als Preuß immer besser in Schwung kam und die vielleicht beste Phase in ihrer Karriere mit dem ersten Sieg in Ruhpolding krönte, wurde sie mal wieder vom Pech eingeholt. Probleme mit der Gesundheit warfen sie zurück, die Zeit bis zur WM drängt. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent.
Vanessa Hinz (Schliersee/26): Hinz fehlt die Konstanz, zu selten stimmt genau dann die Laufleistung, wenn sie auch gut schießt. Ihre erste Einzelmedaille wäre eine große Überraschung. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent.
Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld/29): Nachdem sie in der Vorbereitung noch geglänzt hatte, fand Horchler nicht mehr in die Erfolgsspur. Sie muss schon froh sein, wenn sie überhaupt zum Einsatz kommt. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 0 Prozent.
Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/31): Der Sprint-Olympiasieger glänzte mit regelmäßigen Top-Leistungen und dürfte auch bei der WM die Medaillenhoffnung Nummer eins bei den Männern sein. Voraussetzung dafür: Die Erkältung hat ihn in den vergangenen Tagen nicht zu viel Kraft gekostet. Peiffer kann im extrem dichten Männerfeld in jedem Rennen auf das Podest laufen. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 65 Prozent.
Benedikt Doll (Breitnau/28): Bei ihm verhält es sich wie bei Herrmann. In der Loipe immer vorne dabei, in der Endabrechnung aber nur dann, wenn er auch trifft. Nicht von ungefähr feierte Doll im Sprint vor zwei Jahren mit dem WM-Sieg seinen größten Triumph. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent.
Erik Lesser
Simon Schempp (Uhingen/30): Der Massenstart-Weltmeister bestritt in diesem Jahr nur ein Rennen - und das verlief so enttäuschend wie die meisten in diesem Winter. Fernab der Öffentlichkeit wollte Schempp seine Formschwäche bekämpfen, für Edelmetall fehlt ihm wohl die Rennhärte. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent.
Roman Rees (Schauinsland/25): Der Youngster im Männerteam landete zuletzt erstmals auf dem Podest, auf der großen Bühne fehlt ihm aber die Erfahrung für einen Coup. Dass er bei der WM-Generalprobe aufhorchen ließ, wird ihm nur zur Teilnahme an den Titelkämpfen helfen. Edelmetall ist so gut wie ausgeschlossen. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent.
Johannes Kühn (Reit im Winkl/27): Im ersten Rennen der Saison, als die meisten noch nicht ihre Topform erreicht hatten, stürmte Kühn auf den zweiten Platz. Seither blieben die Ausreißer nach oben aus. Er muss wie Karolin Horchler über jeden WM-Einsatz froh sein. Medaillen-Wahrscheinlichkeit: 0 Prozent.