Nach dem Tod des französischen Skirennfahrers David Poisson erhebt ein Insider schwere Vorwürfe: Die Trainingsstrecke in Nakiska sei unzureichend gesichert.

Er wurde nur 35 Jahre alt: Der Skirennfahrer David Poisson starb bei einem Trainingssturz in Nakiska (Kanada).

Mehrere seiner Abfahrtskollegen bekamen den Unfall aus nächster Nähe mit. Wie der Schweizer Skiverband mitteilt, trainierten Beat Feuz, Patrick Küng, Mauro Caviezel, Marc Gisin und Gilles Rouli zum Zeitpunkt des Unfalls auf derselben Piste wie das französische Team.

Schwere Vorwürfe gegen Verantwortliche

Unterdessen hat ein nicht namentlich genannter Insider im Gespräch mit dem "Blick" schwere Vorwürfe erhoben: Der tödliche Unfall sei auf eine unzulängliche Streckensicherung zurückzuführen.

"Poisson ist kurz vor dem Ziel mit rund 100 km/h ausgerutscht und ist dann durch zwei sogenannte B-Fangnetze hindurch in den Wald hineingeschossen. Dort dürfte er ziemlich frontal mit einem Baum kollidiert sein", sagte der Insider, der selbst in Nakiska war. "Ein Rettungsteam hat danach während rund eineinhalb Stunden erfolglos versucht, David wiederzubeleben."

Auch ein anonym bleibender Funktionär äußerte sich dem Blatt gegenüber: Er wisse aus eigener Erfahrung, "dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich ein knapper Meter hinter der Waldgrenze stehen".

Französischer Skiverband trauert

Der französische Skiverband hatte am Montagabend lediglich Poissons Tod bestätigt. Präsident Michel Vion und der technische Leiter Fabién Saguez drückten Poissons Familie im Namen des gesamten Teams ihr Mitgefühl aus. Man werde die Medien zu gegebener Zeit über Details informieren.

Auch das Schweizer Team zeigte sich tief erschüttert über das Unfalldrama und entbot "den Angehörigen von David Poisson sowie dem französischen Team das herzlichste Beileid". Man werde nun versuchen, das Geschehene zu verarbeiten. Im Zuge dessen werde gemeinsam entschieden, wie, wann und wo die Vorbereitung auf die Olympiasaison fortgesetzt werde. (ank)