Lara Gut-Behrami wird 30: Das siegreiche Leben der Schweizer Skirennfahrerin

Mit gerade einmal 17 Jahren gewann Lara Gut-Behrami ihren ersten Super-G-Weltcup. Zwei WM-Gold-Medaillen hat die Skirennfahrerin bereits eingeheimst. Am 27. April feiert die Speed-Spezialistin ihren 30. Geburtstag. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Am 27. April 1991 erblickte Lara Gut in Sorengo im Schweizer Kanton Tessin das Licht der Welt. Das heutige Ski-Ass wuchs in Comano in der Nähe von Lugano auf und entdeckte schon früh seine Liebe zum Wintersport. Auch Laras jüngerer Bruder Ian Gut ist Skirennfahrer, der seit 2018 für Liechtenstein an den Start geht.
Ihren ersten Sieg konnte sie 2006 beim renommierten Juniorenwettbewerb Trofeo Topolino verbuchen. Damals belegte sie Platz eins im Slalom - jener Disziplin, die der Allrounderin später noch am wenigsten lag.
Ihre ersten FIS-Rennen bestritt sie 2006 mit gerade einmal 15 Jahren. Ein Jahr später konnte sich Lara Gut bei der Juniorenweltmeisterschaft die Silbermedaille in der Abfahrt sichern – nur die Liechtensteinerin Tina Weirather (l.) war schneller.
2007 holte sich Gut den Schweizer Meistertitel im Super-G. Damit ging sie als zweitjüngste Fahrerin in die Geschichte ein, die den Titel gewann. Nur Bernadette Zurbriggen war bei ihrem Sieg 1971 noch jünger gewesen.
Auch der Europacup in der Saison 2006/07 verlief gut für die Schweizer Ski-Hoffnung. In der Disziplin Abfahrt durfte sie sich über den zweiten Platz freuen. Ein Jahr später lief es für Lara Gut noch besser: Sie wurde Gesamtsiegerin und gewann gleich vier Europacup-Rennen hintereinander.
Im Februar 2008 sorgte Gut erstmals bei einem Weltcup-Rennen für Aufsehen: Sie startete in St. Moritz und landete völlig überraschend bei der Abfahrt auf dem dritten Platz. Im selben Jahr wurde die Tessinerin zur "Nachwuchssportlerin des Jahres" gewählt.
Doch es kam noch besser: Am 20. Dezember 2008 gewann Gut mit gerade einmal 17 Jahren den Super-G von St. Moritz. Damit ist sie die bisher jüngste Weltcupsiegerin in dieser Disziplin.
Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isère ging es ruhmreich weiter: Sowohl in der Abfahrt als auch in der Super-Kombination nahm Gut eine Silbermedaille entgegen. In ihrer ersten vollen Weltcupsaison landete sie in der Gesamtwertung auf dem elften Platz.
An den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 konnte sie nicht teilnehmen. Gut war während des Trainings in Saas-Fee im September 2009 schwer gestürzt und musste sich an der Hüfte operieren lassen. Auch wenn sie die OP gut überstand, musste sie ein Jahr pausieren.
Aufhalten ließ sie sich davon nicht: Gut kehrte in der Saison 2010/11 zurück auf die Ski. Im Januar 2011 gewann sie mit dem Super-G in Zauchensee ihr erstes Rennen nach der Verletzungspause. Bei der darauffolgenden WM in Garmisch-Partenkirchen verpasste sie in der Abfahrt als auch im Super-G knapp einen Platz auf dem Podium.
In der darauffolgenden Saison 2011/12 konnte Lara Gut nicht an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen und ergatterte keinen einzigen Podiumsplatz. Im Slalom schaffte sie es sogar in keinem der sechs Rennen ins Ziel.
Ein Jahr später wendete sich das Blatt wieder: Im Dezember 2012 siegte sie in der Abfahrt von Val-d'Isère – das erste Mal in dieser Disziplin. Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Schladming konnte sie sich über eine Silbermedaille im Super-G freuen. Im Weltcup-Finale in Lenzerheide gab es noch einen dritten Platz im Riesenslalom obendrauf.
Doch da ging noch mehr: Im Oktober 2013 gewann Lara Gut den Riesenslalom von Sölden – ihr erster Sieg in dieser Disziplin. Außerdem ging der erste Platz zum ersten Mal nach elf Jahren wieder an eine Schweizerin. Im November nahm sie dann auch noch Siege in der Abfahrt und im Super-G mit nach Hause.
Als bekannt wurde, dass die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi stattfinden sollten, fand Lara Gut deutliche Worte. Sie kritisierte unter anderem die Menschenrechtslage in Russland öffentlich. Dennoch trat die Sportlerin an und sicherte sich Bronze in der Abfahrt. Im Super-G landete sie auf Platz vier und im Riesenslalom auf Platz neun.
Nachdem sie sich bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz 2017 noch die Bronzemedaille im Super-G geschnappt hatte, endete die Saison für Gut dramatisch. Sie stürzte vor dem Kombinations-Slalom und zog sich einen Kreuzbandriss sowie eine Meniskusverletzung zu – die Saison war damit beendet.
Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Während sie beim Super-G auf dem vierten Platz landete, schied Gut im Riesenslalom und in der Abfahrt aus. Auch im Gesamtweltcup reichte es in der Saison nur für Platz zwölf.
Doch auch zu diesem Zeitpunkt war für Gut Aufgeben keine Option – sie kämpfte sich zurück an die Weltspitze. In Crans-Montana stand sie in der Saison 2019/20 bei zwei Abfahrten ganz oben auf dem Siegertreppchen.
In der Saison 2020/21 fand die Spitzensportlerin zu alter Stärke zurück. Sowohl in St. Anton am Arlberg, in Crans-Montana, als auch in Garmisch-Partenkirchen siegte Gut im Super-G. Bei der WM in Cortina d'Ampezzo krönte sie sich zur Doppel-Weltmeisterin - im Super-G und Riesenslalom. In der Abfahrt gewann sie Bronze.
Doch beim letzten Rennen der Ski-Weltcup-Saison sorgte Lara Gut-Behrami für Aufregung: Kurz nach dem Start schwang sie ohne ersichtlichen Grund nach zwei Toren ab. Experten waren ratlos: Hatte sie sich verfahren? Erst später kam die Erklärung: Die Skirennfahrerin habe nicht genügend Energie gehabt und keine weitere Verletzung riskieren wollen.
Privat läuft bei Lara Gut-Behrami alles rund: 2018 ging sie mit ihrer Beziehung zu dem Schweizer Fußballer Valon Behrami an die Öffentlichkeit. Im Juli desselben Jahres heirateten die beiden – was auch im Sport eine (kleine) Veränderung mit sich brachte: Seit November 2018 startet sie unter dem Namen Lara Gut-Behrami.