So kennt man Marcel Hirscher eigentlich nicht: Einen Tag nach dem Ausscheiden Österreichs im Teamwettbewerb in St. Moritz ließ er Dampf ab. Die kritische Medienberichterstattung hat den Skistar offenbar sehr tief getroffen.

Es gehört schon einiges dazu, wenn der sonst für seine Geduld und Freundlichkeit so bekannte Marcel Hirscher öffentlich Dampf ablässt. Doch ist es dazu gekommen - und die Welt hat einen anderen Marcel Hirscher erlebt.

Beim Medienbriefing des ÖSV am Mittwoch ergriff der Ski-Star das Wort: Er sei betroffen davon, was Online-Medien in seiner Heimat gegen ihn inszenierten, erklärte er vor Journalisten.

Hirscher: "Ich bin wirklich peinlich berührt und enttäuscht von manchen Menschen, die in einer Onlineredaktion hocken und deren größte Sorge ist, dass der Kaffeeautomat in der Früh funktioniert, die aber selbst noch nie auf Ski gestanden sind und sich jetzt ein Urteil anmaßen."

Mehr Infos zu Marcel Hirscher

Medien: "Peinliche Pleite" und "Drama"

Am Dienstag hatte Hirscher beim Teamwettbewerb der SKi-WM in St. Moritz gegen den Belgier Dries Vanden Broecke und den Schweden André Myhrer verloren, was zu Kritik in manchen Medien führte.

Im Achtelfinale war der Salzburger von 32 Männern der Viertschnellste, im Viertelfinale der Zweitschnellste. "Einmal Vierter, einmal Zweiter, in jedem Slalom wäre ich heute auf dem Podest gestanden, nur so ist es halt anders ausgegangen. Diese Fakten sollte sich ein Journalist ansehen, bevor er irgendetwas von peinlich und blamabel daherschreibt", kritisierte Hirscher. "Ich bin sehr enttäuscht, dass ich dann solche Dinge lesen muss. Denn Medien sind einfach auch Meinungsbildner."

In einigen Medienberichten war von einer "peinlichen Pleite" und einem "WM-Drama um Marcel Hirscher" die Rede gewesen. Wie tief ihn die Schelte tatsächlich getroffen hat, zeigte Hirschers abschließender Satz: "Manche Berichte waren wie ein Tritt in den Hintern. Das zeigt, wie viel Schein in dem Geschäft ist." (af)