Sven Hannawald: Höhenflüge und Tiefpunkte der Skisprung-Legende

Sven Hannawald feiert am 9. November seinen 45. Geburtstag. Der Skisprung-Star kämpfte sich nach der Diagnose Burnout und seinem Karriereende wieder zurück ins Leben. Dabei hat ihm nicht nur seine Familie geholfen, der Ex-Sportler hat auch neue Aufgaben im Leben gefunden. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Sven Hannawald wurde 1974 in Erlabrunn (Erzgebirge) als Sven Pöhler geboren. Seine Eltern heirateten erst nach seiner Geburt. Er wuchs in der Nachbarstadt Johanngeorgenstadt auf und stand bereits mit sieben Jahren auf den Skiern - zunächst als Nordischer Kombinierer, später als Skispringer.
Mit zwölf Jahren wechselte er in die Kinder- und Jugendsportschule Klingenthal. Dort machte er sich bei DDR-Meisterschaften einen Namen. 1991 folgte ein weiterer Umzug ins Skiinternat Furtwangen im Schwarzwald und später ein Abschluss als Kommunikationselektroniker. Um seinen Sport besser ausüben zu können, verpflichtete er sich als Sportsoldat und trainierte bis 2001 in Todtnau-Fahl.
Seine ersten großen Erfolge als Skispringer gelangen ihm 1998. Hannawald gewann bei der Skiflug-WM in Oberstdorf Silber sowie bei den Olympischen Spielen in Nagano Silber im Mannschaftsspringen. Im Gesamtweltcup landete er auf Rang fünf. 2000 wurde er erstmals Skiflug-Weltmeister, 2002 holte er sich den Titel erneut.
In der Saison 2001/02 wurde Hannawald unsterblich: Der damals 27-Jährige gewann alle vier Springen der prestigeträchtigen Vierschanzentournee – das war zu diesem Zeitpunkt noch keinem Skispringer zuvor gelungen.
Der Erfolg riss auch danach nicht ab. 2002 gewann er mit der deutschen Skisprung-Mannschaft die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City. Auf der 90-Meter-Schanze holte Hannawald zudem die Silbermedaille.
Es folgte eine weitere erfolgreiche Saison 2002/03, in der er sich den zweiten Rang bei der Vierschanzentournee sicherte und sechs Weltcup-Springen für sich entschied.
Im darauffolgenden Jahr knüpfte Hannawald nicht mehr an seine Erfolge an. Die ersten Gerüchte über eine mögliche Magersucht kamen auf.
2004 gab Hannawald bekannt, dass er am Burnout-Syndrom leide. Nach einem langen Klinikaufenthalt und vielen Reha-Einheiten kämpfte er sich zurück ins Leben. 2005 verkündete er, dass er seine Laufbahn beenden wolle. Sein offizielles Karriereende folgte 2006.
Seinem Sport blieb er trotzdem treu. 2007 trat er erstmals als ZDF-Experte bei der Vierschanzentournee in Erscheinung. Seit 2016 ist er der Skisprungexperte von Eurosport, wie auch sein ehemaliger Team-Kollege Martin Schmitt (rechts).
Zudem wurde der Motorsport für die Skisprung-Legende zur willkommenen Abwechslung. In der Saison 2010 hatte Hannawald erstmals im ADAC GT Masters ein festes Cockpit. Von 2012 bis 2015 nahm er vereinzelt an Amateur-Rennen teil.
Hannawald ist in Sachen Sport vielseitig interessiert. Zu seinen Hobbies zählen der Golfsport und Fußball, denen er auch gerne im Rahmen von Benefiz-Veranstaltungen oder kleineren Turnieren nachgeht.
Gerne misst sich Hannawald auch in sportlichen Wettkämpfen vor der Kamera: 2018 wirkte er beim Promi-Special von "Ninja Warrior Germany" bei RTL und 2019 bei der VOX-Sendung "Ewige Helden“ mit. In letzterer gewann er am Ende gegen Biathlon-Star Andrea Henkel.
Privat hat Hannawald sein Glück ebenfalls gefunden: Im November 2016 heiratete er die Fußballerin Melissa Thiem. Im Februar 2017 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Im Mai 2019 folgte das zweite gemeinsame Kind, eine Tochter. Aus einer früheren Beziehung hat Hannawald ebenfalls einen Sohn.