Wasser: Neue Infrastruktur für Bentiu im Südsudan

Südsudan, der jüngste Staat der Erde, kommt nicht zur Ruhe: Bewaffnete Auseinandersetzungen, eine Hungerkrise und die Cholera gefährden das Leben der Kinder. Umso wichtiger sind Projekte wie der Aufbau sicherer Trinkwasserquellen.

Die Wasserversorgung im Südsudan wurde durch den andauernden Konflikt stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Infrastruktur wurde zerstört und oft nicht wieder aufgebaut. Unsicheres Trinkwasser fördert jedoch Krankheiten wie Durchfall und Cholera. In Bentiu haben UNICEF und seine Partner die Wasserversorgung nun wieder aufgebaut.
In der geschützten Region um Bentiu suchen über 114.000 Menschen Zuflucht vor den Kämpfen, Hunger und Durst. Im Südsudan haben nur etwa 41 Prozent der Kinder sauberes Wasser zur Verfügung, in Bentiu ist die Versorgung sichergestellt.
Die ortsansässigen Frauen kommen täglich zu den Wasserstellen, um sich zu waschen und (Trink-)Wasser für ihre Familien zu holen. Nur durch sicheres Wasser und Hygiene kann dem Choleraausbruch im Südsudan Einhalt geboten werden, der schon Hunderte Tote gefordert hat.
"Bevor es die Wasserstellen gab, musste ich unsicheres Wasser aus einem Fluss holen, der zwei Stunden Fußmarsch entfernt ist", erzählt Angelina Nyakuma. Krokodile und Giftschlangen erschwerten den täglichen Gang zusätzlich.
"Für meine Familie und mich aber auch für die anderen Einwohner in Bentiu ist die Wasseranlage eine riesige Erleichterung", erzählt Nyakuma weiter. Die Zeit, die sie spart, weil sie nicht mehr bis zum Fluss gehen muss, kann sie für ihre reguläre Arbeit nutzen.
Mit dem sicheren Trinkwasser bereitet Nyakuma ihren Kindern Essen zu, ohne dass sie sich mit Krankheiten infizieren.
Mary (15) hat ihre jüngere Schwester Nyakuth durch verschmutztes Trinkwasser verloren. Wenige Monate bevor die Wasseraufbereitungsanlage ihren Betrieb aufnehmen konnte, erkrankte die ganze Familie schwer an Durchfall. Ihre Schwester erholte sich davon nicht mehr.
Nyahok Yar lebt in einem Flüchtlingscamp in der Region Bentiu. Auch sie musste mehrere Stunden täglich mit der Wassersuche verbringen.
Da Yar körperlich behindert ist, musste sie zur Wassersuche auf ein Dreirad vertrauen, was die tägliche Suche nicht leichter machte. "In der Regenzeit ist es zu matschig für das Rad und ich bin im Haus gefangen", meint Yar. Dann konnte sie auch kein sauberes Wasser für ihre Familie besorgen.
Auch für die Krankenhäuser in Bentiu ist das sichere Trinkwasser essentiell. Nur so können die Ärzte ihre Patienten hygienisch behandeln und das Ausbreiten der Cholera eindämmen.
Für die Menschen in Bentiu hat die Wasseraufbereitungsanlage und die vielen Wasserstellen das Leben verändert. Im restlichen Südsudan haben immer noch über fünf Millionen Menschen kein sauberes Wasser oder sanitäre Einrichtungen.
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