Wenn ein König gekrönt wird, ist alles minutiös geplant. Der Gottesdienst für König Charles III. lässt sich in fünf Abschnitte einteilen.

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"Recognition" (Anerkennung):

Zunächst wird Charles dem Volk als neuer Monarch präsentiert - eine Tradition aus angelsächsischer Zeit. Dabei steht der König neben dem mehr als 700 Jahre alten Krönungsstuhl, während der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, nach allen Seiten der Westminster Abbey Charles zum "unbestrittenen König" erklärt und die Gemeinde zu Huldigung und treuen Diensten auffordert. Fanfarenstöße erklingen nach jeder Anerkennung.

"Oath" (Eid):

Anschließend wird der Erzbischof den König zum Krönungseid auffordern. Dies ist der einzige gesetzlich vorgeschriebene Bestandteil der Zeremonie. Auf die Fragen des obersten Geistlichen der Anglikanischen Kirche, ob er die Gesetze und die Church of England während seiner Regierungszeit ehren wird, verspricht der Monarch mit der Hand auf der Bibel, diese Versprechen "zu erfüllen und zu halten". Noch offen ist, ob Charles mit einigen hinzugefügten Worten die verschiedenen Religionen in Großbritannien erwähnen wird. Ein Teil des traditionellen Eids ist dies aber nicht.

"Anointing" (Salbung):

Nun wird die zeremonielle Robe des Königs entfernt, während sich der Monarch auf den Krönungsstuhl setzt. Da es sich im übertragenen Sinne um einen gemeinsamen heiligen Moment des Königs mit Gott handelt, wird die Szene von einem Sichtschutz - "Anointing Screen" - abgedeckt. Der Erzbischof träufelt geweihtes Öl aus einer goldenen Flasche auf den Krönungslöffel, bevor er den König kreuzförmig auf Kopf, Brust und Händen salbt. Die Ampulle in Form eines Adlers mit ausgebreiteten Schwingen wurde für die Krönung von Charles II. 1661 angefertigt. Noch einige Jahrhunderte älter ist der Krönungslöffel. Das Öl für die Krönung wurde aus Oliven aus zwei Hainen auf dem Ölberg in Jerusalem geerntet und in einer besonderen Zeremonie in der Grabeskirche geweiht.

Investiture (Investitur, Krönung):

Nun ist der - im Wortsinne - krönende Moment gekommen. Zunächst werden dem König die royalen Insignien - Reichsapfel, Krönungsring und Zepter - überreicht. Dann setzt der Erzbischof dem König die Edwardskrone auf, die traditionell nur für Krönungen benutzt wird. Fanfarenstöße verkünden die Handlung, landesweit sowie auf Schiffen der britischen Marine werden Salutschüsse abgefeuert. Die Krone ist nach einer früheren Version benannt, die einst für den angelsächsischen König und Heiligen Edward den Bekenner angefertigt wurde und während des Englischen Bürgerkriegs eingeschmolzen wurde. Die aktuelle Krone aus purem Gold wurde für König Charles II. in Auftrag gegeben. Sein Namensvetter Charles III. wird erst der siebte Monarch sein, der sie trägt.

Enthronement (Inthronisation):

Abschließend nimmt der König seinen Sitz auf dem Thron ein. Womöglich wird er vom Erzbischof, von Bischöfen und Adligen auch dort hinaufgehoben. Der Tradition entsprechend würden nun Royals und Adlige in langer Reihe vor dem König knien und ihm huldigen. Hier gibt es aber diesmal eine Änderung. Stellvertretend schwören nur der Erzbischof sowie Thronfolger Prinz William dem König die Treue. Zusätzlich sind die Kirchengemeinde sowie Millionen vor den Bildschirmen und auch unter freiem Himmel aufgerufen, den König lautstark zu huldigen.

Krönung von Queen Camilla:

Wenn die Krönung von Charles abgeschlossen ist, kommt seine Gemahlin an die Reihe. Auch sie wird - öffentlich einsehbar - gesalbt, mit der Queen Mary's Crown, die für die Krönung der Gemahlin von König George V. 1911 hergestellt wurde, gekrönt und inthronisiert. Diese Zeremonie ist aber deutlich kürzer und schlichter als bei Charles. (dpa/pak)

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