Verwitwet, aber ungebrochen: Königin Elizabeth II. wird 95

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Es ist der vielleicht traurigste Geburtstag ihres Lebens: Wenige Tage vor dem 95. Geburtstag der Queen ist Prinz Philip verstorben und immer noch herrscht Pandemie. Selbst für die Queen dürften die vergangenen Monate außergewöhnlich herausfordernd gewesen sein - obgleich ihr Leben an Krisen und Schicksalsschlägen nicht arm war.

Am 21. April 1926 erblickt Elizabeth Alexandra Mary im Londoner Stadtteil Mayfair per Kaiserschnitt das Licht der Welt. Sie ist die älteste Tochter von Prinz Albert of York, dem späteren König Georg VI., und dessen Frau Elizabeth Bowes-Lyon. Vier Jahre später folgte ihre Schwester Prinzessin Margaret. (Bild: 1926)
Im Grunde genommen ist schon ihre Regentschaft einem Skandal zu verdanken: Nach dem Tod ihres Großvaters, König George V., besteigt zunächst wie geplant ihr Onkel Edward den Thron - doch dieser dankt nach nicht einmal einem Jahr freiwillig ab, um die zweifach geschiedene US-Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten. Damit wird ihr Vater (r.) König von England - und Elizabeth (M.) zur Kronprinzessin. (Bild: 1936)
Ihren ersten öffentlichen Auftritt als britische Thronfolgerin hat Elizabeth an ihrem 16. Geburtstag. Schon früh übernimmt sie bei Auslandsaufenthalten oder sonstiger Verhinderung ihres Vaters dessen Amtsgeschäfte in Vertretung. (Bild: 1942)
Elizabeth studierte unter anderem Verfassungsgeschichte und Rechtswissenschaften. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs unterstützt sie die britischen Truppen und schließt sich dem "Auxiliary Territorial Service" an. Dort absolviert sie eine Ausbildung zur Lkw-Fahrerin und Mechanikerin. (Bild: 1945)
Als sich Elizabeth und Philip zum ersten Mal begegnen, ist die künftige Königin gerade einmal 13 Jahre alt. Es heißt, sie habe sich auf der Stelle in den fünf Jahre älteren Marinekadetten verliebt, der zudem ihr Cousin dritten Grades ist. Eines Tages treffen sich die beiden wieder, schreiben sich regelmäßig Briefe und werden ein Paar. (Bild: 1947)
Am 20. November 1947 folgt schließlich die Hochzeit in der Westminster Abbey - gegen große Widerstände in der britischen Bevölkerung, denn Philip ist zur Hälfte deutscher Abstammung. Doch die britische Staatsbürgerschaft und eine Namensänderung in Mountbatten schaffen Abhilfe. Es ist die erste Adelshochzeit überhaupt, die im Fernsehen übertragen wird. (Bild: 1947)
So kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war es in Großbritannien gar nicht so einfach, an die edlen Materialien für das königliche Brautkleid zu kommen - viele Güter waren nur eingeschränkt verfügbar. Angeblich sparte Elizabeth deswegen Rationierungsmarken. Am Ende soll die britische Regierung 200 weitere Coupons spendiert haben, damit das Seidenkleid von Designer Norman Hartnell finanziert werden konnte. (Bild: 1947)
Am 14. November 1948 schenkte Elizabeth den Briten mit dem kleinen Prinz Charles (l.) einen Thronfolger. Ihr zweites Kind, Prinzessin Anne, folgt knapp zwei Jahre später. Insgesamt sollten es vier Kinder werden. Zudem hat die Queen heute acht Enkel und acht Urenkel - für Nachwuchs ist im britischen Königshaus also gesorgt. (Bild: 1949)
Als ihr Vater nach langer Krankheit am 6. Februar 1952 stirbt, wird Elizabeth die neue Königin. Die Nachricht über den Tod ihres Vaters ereilte Elizabeth auf einer Reise in Kenia. Prinz Philip soll kreideweiß geworden sein, als ihm dämmerte, was nun auf seine Frau und ihn zukommen würde. Nach der obligatorischen Trauerzeit findet die feierliche Krönung am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt. (Bild: 1953)
Der politische Einfluss des britischen Monarchen ist gering - sogar die traditionelle Queen’s Speech zu Beginn jeder Parlamentsperiode wird Wort für Wort vom jeweiligen Regierungschef vorgegeben. So hat auch Queen Elizabeth hauptsächlich repräsentative Aufgaben, über aktuelle Entwicklungen wird sie jedoch bei ihren wöchentlichen Treffen mit dem Premier, etwa Winston Churchill (li.), auf dem Laufenden gehalten. (Bild: 1955)
Elizabeth 1972 im Kreise ihrer Familie. Insgesamt haben die Queen und Prinz Philip vier Kinder: Auf Charles (r.) und Anne (li.) folgen 1960 Andrew (2.v.li.) und 1964 Edward (2.v.r.). Sogar einer von Elizabeths geliebten Hunden ist auf dem Bild zu sehen. Oft wurde der späteren Königin vorgeworfen, sie habe ihre Kinder zugunsten der Krone vernachlässigt. (Bild: 1972)
Bislang galt in ihrer 68-jährigen Regentschaft 1992 als das annus horribilis, wie sie es selbst nannte, als Schreckensjahr. Damals gingen die Ehen von drei ihrer vier Kindern in die Brüche und ihr geliebtes Schloss Windsor brannte. Doch es sollten in den folgenden Jahren noch weit größere Herausforderungen auf die Monarchin warten.
Eine ihrer schlimmsten Krisen erlebt die Monarchie unter Königin Elizabeth II. 1997, als Diana bei einem Autounfall in Paris verstirbt. Ihren Sommerurlaub auf Balmoral beendet die Königin erst nach Tagen öffentlichen Drucks. Zurück in London lässt sie die Fahnen auf Halbmast setzen, spricht mit Trauernden vor dem Buckingham Palace und veranlasst eine öffentliche Trauerfeier. Während die Welt um Diana trauert, wird in ihr eine kalte und hartherzige Monarchin gesehen. (Bild: 1997)
Kalt und hartherzig - ein Eindruck, den man schon früher von ihr gewinnen konnte: Als Anfang der 1950er Jahre die Liaison ihrer kleinen Schwester Margaret (li.) mit dem 16 Jahre älteren Stallmeister Peter Townsend öffentlich wird, sieht sich die junge Königin gezwungen, die Beziehung zu verbieten. Zwei Jahre lang kämpft Margaret darum, ihre große Liebe heiraten zu dürfen – ohne Erfolg. Die Königin bleibt eisern. (Bild: 1946)
Anders als gegenüber Menschen ist es bei den Royals seit jeher akzeptiert, im Verhältnis zu Tieren Gefühle zu zeigen. Insbesondere Corgis haben es der Queen angetan. Die zugleich als stur und treu geltenden Hunde sind zu einer Art Markenzeichen der Queen geworden. Insgesamt soll sie Dutzende besessen haben - für einige gestaltete sie persönlich den Grabstein. Erst kürzlich sollen mit Fergus und Muick zwei neue Corgis in den Palast eingezogen sein. (Bild: 1973)
Elizabeths Herz schlägt aber auch für Pferde: Im Alter von drei Jahren bekam Elizabeth ihr erstes eigenes, ein Shetlandpony namens Peggy. Zu einem Reitpferd namens Sanction soll sie eine nahezu telepathische Verbindung gehabt haben, heißt es. Selbst im hohen Alter kann die Queen nicht von ihrer Lieblingsbeschäftigung lassen und wird immer wieder auf dem Rücken eines Pferdes gesichtet, wie hier 2020 im Schlosspark von Windsor.
2002 ereilte die Königin gleich zwei Schicksalsschläge: Am 9. Februar stirbt ihre jüngere Schwester Margaret (r.) mit 72 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Wenige Wochen später, am 30. März, verstirbt auch ihre Mutter, "Queen Mum" (M.), im Alter von 101 Jahren. Sie soll für Elizabeth II. bis zuletzt eine enge Vertraute und wichtige Stütze gewesen sein. (Bild: 1942)
In den Jahren nach dem tragischen Tod von Diana erholt sich das Königshaus im Ansehen der Bevölkerung langsam wieder. Nicht zuletzt durch den Nachwuchs von William und Kate erlangt die britische Monarchie neue Popularität. 2015 wird Elizabeth zur ältesten amtierenden Monarchin der Welt und bricht den Thronrekord ihrer Vorgängerin Königin Victoria, die über 64 Jahre regierte. (Bild: 2015)
Der positive Trend endet 2019: Neben ersten Gerüchten um einen Bruderstreit zwischen Prinz Harry und Prinz William sorgen vor allem die bis heute ungeklärten Verstrickungen von Elizabeths Sohn Prinz Andrew in den Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Milliardär Jeffrey Epstein für Schlagzeilen. (Bild: 2019)
Auch das neue Jahr begann für die britischen Royals alles andere als gut: Gleich im Januar 2020 kommt es zum großen Knall, als Prinz Harry und seine Frau Meghan ihren Rückzug von royalen Verpflichtungen auf Instagram ankündigen. Der Schritt war offenbar weder mit der Queen noch mit anderen Verantwortungsträgern innerhalb der Familie abgesprochen. Der Image-Schaden ist immens. (Bild: 2018)