Prinz Andrew hat Geburtstag: Vom Lieblingssohn zum Sorgenkind

Vom Lieblingssohn zum Sorgenkind: Prinz Andrew wird am 19. Februar 60 Jahre alt. Ein "Mann des Volkes" ist der einstige Liebling von Queen Elizabeth II. längst nicht mehr. Wegen des Missbrauchsskandals um Jeffrey Epstein, in den "Randy Andy" verwickelt sein soll, dürfte dem Playboy-Prinzen kaum zum Feiern zumute sein. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Prince Andrew Albert Christian Edward, Duke of York, kam am 19. Februar 1960 im Buckingham Palast zur Welt. Er war das erste Kind seit 1857 (Geburt von Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland), das von einer amtierenden britischen Monarchin zur Welt gebracht wurde. Die beiden älteren Geschwister Charles (r.) und Anne wurden vor der Thronbesteigung ihrer Mutter Elizabeth II. geboren.
Andrew steht zurzeit an achter Stelle in der britischen Thronfolge. Zeitweise galt er als Playboy und "Party-Royal". Ein anderer Spitzname, den ihm die britische Presse verpasste, lautete "Randy Andy" ("geiler Andy"). Auf dem Bild von links: Prinz Charles, Queen Mum, Prinz Andrew.
Anders als sein älterer Bruder Charles ging Andrew nach seinem Schulabschluss nicht auf die Universität, sondern wählte eine militärische Laufbahn: 1979 trat er in die Royal Navy ein.
Als Hubschrauberpilot nahm Andrew an Bord des Flugzeugträgers "HMS Invincible" am Falkland-Krieg teil. Nach seiner Rückkehr wurde er als Held gefeiert. Königin Elizabeth II. ernannte ihren Sohn zum persönlichen Adjutanten. 2001 verließ Prinz Andrew die Royal Navy im Rang eines Fregattenkapitäns (Commander).
Schlagzeilen machte der Prinz vor allem durch seine Liebesleben. Die Beziehung mit US-Schauspielerin Koo Stark (eigentlich Kathleen Dee-Anne) in den 1980ern sorgte bei den Royals und deren Fans für helle Aufregung.
Als herauskam, dass Stark auch erotische Szenen in Filmen spielte, war die Beziehung zu "Randy Andy" schnell beendet.
Danach schien er es zunächst ruhiger angehen zu wollen. Doch mit der lebenslustigen Sarah "Fergie" Ferguson war ein Leben abseits des Rampenlichts nicht möglich. Zur Hochzeit des Paares 1986 brach ein regelrechtes "Fergie-Fieber" aus, wie die "New York Times" damals schrieb. Millionen verfolgten das Event im Fernsehen.
Ein Traumpaar wie es im Buche steht waren die beiden aber nie. Immer wieder machten Krisen-Gerüchte die Runde, bis Fotos von US-Finanzmanager John Bryan und der noch verheirateten Herzogin auftauchten. Darauf zu sehen: Eine halbnackte Fergie und Bryan, der an ihren Zehen saugt ...
Auch die beiden Töchter Beatrice und Eugenie konnten die Ehe von Andrew und Fergie nicht retten. Bereits 1992 trennte sich das royale Paar, 1996 folgte die Scheidung. Zur Freude der britischen Boulevardpresse stehen sich Andrew und seine Ex-Frau auch heute noch nahe.
Neben "Randy Andy" hat der Prinz noch einen weiteren Spitznamen: Als Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft reiste er zwischen 2001 und 2011 viel mit dem Flugzeug um den Globus. So wurde er von der Presse "Airmiles Andy" getauft. Dabei soll er auch das ein oder andere Mal privat unterwegs gewesen sein.
Kritik hagelte es auch, nachdem er ein leidenschaftliches Plädoyer für Boni an Bankmanager gehalten hatte – und das mitten in der globalen Finanzkrise.
2010 wurden die Risse in der royalen Fassade immer größer: Andrew wurde mit Jeffrey Epstein – damals bereits ein verurteilter Sexualstraftäter – im Central Park in New York abgelichtet. Laut Andrew lernten sich die beiden 1999 kennen, er habe Epstein später aber nur unregelmäßig getroffen. Bild von links: Melania Trump, Prinz Andrew, Gwendolyn Beck und Jeffrey Epstein.
Die engen Verbindungen von Prinz Andrew zu Epstein führten dazu, dass der Royal sich im vergangenen Jahr von seinen öffentlichen Aufgaben zurückziehen musste. Epstein starb im August 2019 im Gefängnis unter dubiosen Umständen. Er wurde beschuldigt, Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben.
Vor seinem Rücktritt hatte Andrew ein katastrophales Interview in der TV-Show "BBC Newsnight" gegeben. Darin hatte er die Taten von Epstein nicht verurteilt und auch kein Mitgefühl für die Opfer gezeigt.
Eines der mutmaßlichen Epstein-Opfer, eine Frau namens Virginia Giuffre, behauptete öffentlich, drei Mal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden zu sein. Beim ersten Mal soll sie erst 17 Jahre alt gewesen sein.
Andrew hat alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal wiederholt zurückgewiesen. Er wolle mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten. Im Januar erklärten die US-Behörden allerdings, dass sie den Herzog von York nicht für eine Befragung erreichen könnten, von Prinz Andrews Seite habe es "null Zusammenarbeit" gegeben.
Vor Kurzem wurde bekannt, dass ein weiterer Bekannter von Prinz Andrew beschuldigt wird, minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Ein 77-jähriger Modeunternehmer, dessen Anwesen in der Karibik Andrew laut "The Times" in der Vergangenheit besuchte, wird beschuldigt, minderjährige Mädchen eingesperrt und vergewaltigt zu haben.
Zu seinem 60. Geburtstag sollte das royale Sorgenkind eigentlich in einen neuen militärischen Rang erhoben werden. Andrew habe aber darum gebeten, diese Ehrung zu verschieben, bis er zu seinen royalen Pflichten zurückgekehrt sei, hieß es.