Europas Könige und Königinnen von morgen

Noch halten Queen Elizabeth II. oder König Carl-Gustaf von Schweden die Zepter fest in der Hand. Hinter Ihnen stehen jedoch längst ihre Thronfolger bereit, perfekt auf Amt und Würden vorbereitet.

Prinz Charles gilt als ewiger Kronprinz, denn trotz seines fortgeschrittenen Alters von inzwischen 71 Jahren hält weiter seine Mutter Queen Elizabeth II. das Zepter fest in der Hand. Längst wird spekuliert, ob er zugunsten seines Sohnes auf den Thron verzichten könnte - Prinz William und seine kleine Familie sind äußerst beliebt beim Volk. (Bild: 1969)
Doch bei den britischen Royals wird nicht abgedankt, die Krone wird mit "kalter Hand" weitergereicht, wie es heißt. Interessanter ist daher die Frage, was für ein König Charles sein wird. Er gilt als sehr politisch und äußert offen seine Meinung - für das britische Staatsoberhaupt eigentlich ein No-Go. Charles dürfte sich hierzu schon viele Gedanken gemacht haben - ausreichend Vorbereitungszeit hatte er jedenfalls.
Kronprinzessin Victoria genießt einen exzellenten Ruf: Sie gilt als charmant, bodenständig, aufrichtig und diszipliniert, ihre Meinung zu verschiedensten Dingen wird geschätzt - beste Voraussetzungen also, um eines Tages Königin von Schweden zu sein. Doch der Druck, der mit dieser Bürde einhergeht, hat in jungen Jahren Spuren an Victoria hinterlassen. Sie entwickelt eine Essstörung und verschwindet einige Zeit aus der Öffentlichkeit. (Bild: 1997)
Die Erkrankung hat Victoria längst überstanden und fühlt sich heute bereit für das royale Amt. Das liegt auch an ihrem Ehemann, Prinz Daniel. Ihr Vater König Carl-Gustaf war zunächst nicht begeistert von dem Fitnesstrainer, doch Victoria kämpfte für ihre Liebe - was ihr beim schwedischen Volk viele Sympathien eingebracht hat.
Vor rund einem halben Jahr trat Infantin Leonor erstmals in ihrer Rolle als spanische Thronfolgerin in Erscheinung: Im Oktober 2019 hielt sie ihre erste offizielle Rede, wie ihr Vater König Felipe im zarten Alter von 13 Jahren. Im Gegensatz zu ihm meisterte sie ihren Auftritt aber deutlich souveräner - in perfektem Englisch mit leicht amerikanischem Akzent.
Ein einfaches Amt ist es nicht, das Leonor bevorsteht: Die spanische Monarchie steht seit Jahren schwer in der Kritik, Rufe nach einer Abschaffung werden lauter. Theoretisch könnte Leonor in der Thronfolge noch von einem (Halb-)Bruder verdrängt werden, denn in der spanischen Thronfolgeregelung wird noch immer das männliche Geschlecht bevorzugt. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.
Prinzessin Catharina-Amalia (li.) ist bislang noch nicht wirklich als Thronfolgerin in Erscheinung getreten. Ihre Eltern, König Willem-Alexander und Königin Maxima, wollen ihr bis zu ihrem 18. Geburtstag Zeit geben, sich erst einmal selbst kennenzulernen und auszuprobieren. Davon macht die heute 16-Jährige Gebrauch, sie hat sogar schon ein eigenes Schulmusical geschrieben.
In einem seltenen Interview präsentierte sich Catharina-Amalia im vergangenen Jahr selbstbewusst - das muss sie auch sein, schon früh wurde sie wegen ihres Aussehens Opfer von Cyber-Mobbing. Dabei ist sie laut Umfragen bei den Niederländern inzwischen sogar beliebter als Ex-Königin Beatrix. Noch hat die Kronprinzessin keinen festen Freund, aber wenn es so weit ist, sollte es besser kein belgischer Royal sein: Ein Gesetz aus dem Jahr 1830 verbietet ihr, einen solchen zu heiraten.
Kronprinz Frederik gilt als volksnaher Vorzeige-Thronfolger und ist beim dänischen Volk äußerst beliebt. Noch beliebter ist nur seine Mutter, Königin Margrethe II., die er seit seinem 18. Geburtstag im Jahr 1986 als Staatsoberhaupt vertritt. Frederik ist also bestens auf das Amt vorbereitet - allerdings lässt die 75-jährige Monarchin keinerlei Amtsmüdigkeit erkennen.
Das dürfte der Kronprinz verschmerzen können, schließlich bleibt so mehr Zeit für die Familie. Mit seiner Ehefrau Mary, die er bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney kennengelernt hat, hat der begeisterte Segler vier Kinder: Prinz Christian (14, r.), Prinzessin Isabella (13, 3.v.r.) sowie die Zwillinge Prinz Vincent und Prinzessin Josephine (beide 9). Für Stammhalter ist in Schloss Amalienborg also gesorgt.
Haakon ist nicht der Erstgeborene, trotzdem wird er eines Tages König von Norwegen sein - anstatt seiner zwei Jahre älteren Schwester Märtha Louise (r.). Ob die Norweger damit immer so glücklich waren? Dass der Kronprinz ausgerechnet die bürgerliche Mette-Marit zur Frau nahm, die nicht nur eine wilde Party-Vergangenheit, sondern auch einen unehelichen Sohn hat, kam nicht bei allen im Volk gut an.
Doch Haakon blieb stur. Die gemeinsamen Kinder Prinzessin Ingrid Alexandra (16) und Prinz Sverre Magnus (14) machten das Glück der royalen Patchwork-Familie perfekt. Inzwischen hat sich das norwegische Volk mit Mette-Marit arrangiert, auch wenn es immer wieder mal Kritik gibt. Auch die Thronfolgeregelung wurde mittlerweile geändert: Ab der nächsten Generation wird das männliche Geschlecht nicht mehr bevorzugt, sodass Prinzessin Ingrid Alexandra (M.) die Krone übernehmen wird. Doch bis dahin ist noch Zeit, denn noch sitzt Haakon selbst nicht auf dem Thron.
Ihre Ausstrahlung hat Prinzessin Elisabeth offenbar von ihrer Mutter geerbt: die 18-Jährige gilt als warmherzig und echter Sonnenschein. Eines Tages wird sie die erste Königin Belgiens sein - darauf bereitet sie sich schon seit Jahren vor. Mit 13 hielt sie bei einer Gedenkfeier für Opfer des Ersten Weltkriegs ihre erste selbst geschriebene Rede, seit 2019 ist sie an der Seite ihrer Eltern immer öfter in offizieller Mission für die Krone unterwegs.
"Das Land kann auf mich zählen", ließ sie das Volk an ihrem 18. Geburtstag wissen. Ihrem Vater König Philippe (r.) hatte man das Amt in ihrem Alter nicht zugetraut. Derzeit besucht sie das UWC Atlantic College in Großbritannien, ein anschließendes Studium an einer Elite-Uni ist wahrscheinlich. Von einem Freund ist bislang nichts bekannt: Die künftige Königin von Belgien ist noch zu haben.
Als Prinz Jacques am 10. Dezember 2014 zur Welt kam, atmete man im Grimaldi-Palast an der Côte d’Azure auf. Endlich ein Stammhalter - immerhin war Fürst Albert zu diesem Zeitpunkt bereits 56 Jahre alt und seine Nachfolge bis zu diesem Zeitpunkt ungewiss.
Zwar ist der kleine Jacques nicht das einzige und auch nicht das erste Kind des Fürsten von Monaco - er ist allerdings der einzige, der den Titel Erbprinz von Monaco tragen darf. Seine älteren Halbgeschwister Jazmin Grace (28) und Alexandre (16) gingen aus Affären hervor und haben daher keinen Anspruch auf den Grimaldi-Thron, und auch seine Zwillingsschwester Prinzessin Gabriella (li.) muss aufgrund ihres Geschlechts hinter ihren Bruder zurücktreten.