Gloria von Thurn und Taxis wird 60: Aus dem Leben einer "Punker Fürstin"

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"Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne." Fürstin Gloria von Thurn und Taxis wird 60 Jahre alt - und sie ist ein Royal, der oft für streitbare Thesen sorgt. Ihre Outfits stechen auch heraus. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Mariae Gloria Fer(di)nanda Joachima Josephine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau trägt seit ihrer Heirat 1980 den amtlichen Namen Mariae Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis. Sie wird am 23. Februar 1960 in Stuttgart geboren. Sie ist das zweite von vier Kindern von Joachim Graf von Schönburg-Glauchau und dessen erster Ehefrau Beatrix Széchenyi de Sárvár-Felsövidék.
Als ihr Vater, ein Journalist, das Angebot bekommt, als Auslandskorrespondent zu arbeiten, zieht es die Familie nach Afrika. So lebt Gloria zuerst in Togo und später in Somalia. 1970 geht es dann zurück nach Deutschland.
Neun Jahre später lernt sie Johannes von Thurn und Taxis kennen und lieben. Die beiden heiraten am 31. Mai 1980. Zu dem Zeitpunkt ist sie gerade einmal 20 Jahre alt. Er ist 34 Jahre älter als sie. "Er war sehr, sehr interessant, klug und wusste, wie man faszinieren kann", sagt von Thurn und Taxis über ihn.
Die beiden bekommen drei Kinder: Maria Theresia Wilson (geb. von Thurn und Taxis), Elisabeth von Thurn und Taxis und Albert von Thurn und Taxis. Tochter Maria Theresia lebt mit ihrem Mann, dem Künstler Hugo Wilson und den beiden gemeinsamen Kindern in London. Elisabeth arbeitet als Journalistin und Albert machte eine Karriere als Autorennfahrer.
Aber nicht nur ihre Kinder liegen ihr am Herzen, sondern auch Freunde – die durchaus sehr bekannt sind. Zu nennen wären der verstorbene Prince und Andy Warhol, aber auch Elton John oder Sting. Auch sie selbst ist prominent und tritt in Shows wie "Wetten, dass…?" als Gast von Thomas Gottschalk auf.
Trautes Familienleben ist nichts für die flotte Fürstin, die besonders durch ihr Partyleben bekannt wurde. "Punker-Fürstin", "Pop-Aristokratin" und "Prinzessin TNT" sind nur drei der vielen Namen, die sie von der Presse verpasst bekommt. So erscheint sie 1988 zur Verleihung der "Goldenen Europa" in Saarbrücken mit orangefarbener Punkfrisur.
Im Dezember 1990 stirbt ihr Mann nach einer Herztransplantation. Nachdem die nun Alleinerziehende eine Generalvollmacht erhält, stellt sie das Familienunternehmen neu auf und versteigert wertvolle Kunst. Weil sie Erbschaftssteuern in zweistelliger Milliardenhöhe zahlen muss, gibt sie Bayern über 2.000 Stücke des Hofschatzes im Wert von 45 Millionen Mark.
Acht Jahre nach dem Tod ihres Mannes eröffnet die Fürstliche Schatzkammer Thurn und Taxis auf Schloss St. Emmeram als eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums. Von der wilden Partymaus entwickelt sich Thurn und Taxis zur Geschäftsfrau.
Die Adelige äußert sich gerne zu politischen Debatten. 2004 tritt sie als Wahlfrau der CSU bei der Bundesversammlung zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten auf. Außerdem setzt sie sich für die Kirche ein, ist bekennende Katholikin. Mit Erzbischof Joachim Meisner (rechts im Bild) bringt sie 2008 das Buch "Die Fürstin und der Kardinal" auf den Markt.
Zudem widmet sie sich anderen Projekten: Jährlich findet in ihrem Schlosshof in Regensburg ein Weihnachtsmarkt statt. Dabei tritt die gläubige Katholikin sogar selbst auf und liest die Weihnachtsgeschichte nach Lukas vor. Im Sommer werden Konzerte gespielt.
Die Fürstin gehört zu den reichsten Frauen Deutschlands und ist mit zahlreichen Berühmtheiten wie Hillary Clinton befreundet. Sie präsentiert sich stets erzkonservativ, ist etwa gegen Abtreibung und eine Verfechterin des Zölibats. Mit so manchen Aussagen sorgte sie schon für Schlagzeilen.
Die Fürstin scheut sich nicht davor, ihre deutliche Meinung zu sagen. "Sex ist dazu da, um Kinder zu kriegen, und nicht zu Jux und Dollerei", findet die jetzt 60-Jährige. Und der "Bild am Sonntag" sagt sie 2008: "Die Afrikaner sind mitnichten anders drauf als wir. Dass die mehr schnackseln, hat mit den klimatischen Bedingungen da unten zu tun."
Vor allem bei ihrem guten Freund Florian Silbereisen tritt sie gerne als Gast auf, wie 2014 beim "Adventsfest der 100.000 Lichter". Auch in Politik-Shows sieht man sie hin und wieder. Politikerin sei aber nichts für sie, wie sie vor Kurzem bei Sandra Maischberger angibt. Das hält sie nicht davon ab, ihre Meinung zu politischen Themen – lautstark – kundzutun.