Redaktion und User sind sich weitgehend einig: Das "Royal Baby" sollte am besten auf einen eher skurrilen Namen getauft werden. Ein außergewöhnlicher Name für den künftigen Thronfolger wäre wahrlich kein Novum in der Historie der Royals, wie ein Blick auf die Namen historischer Regenten zeigt.

Philip, George und Edward sind out. Das "Royal Baby" von heute sollte eher Alf heißen. Alternativ käme auch Gordon Shumway, der "bürgerliche" Name des Außerirdischen Alf aus der gleichnamigen Kult-Serie, in Betracht. Wobei, von bürgerlicher Abstammung ist der kleine Prinz von Cambridge ja nicht gerade.

Auch ein König lebt nur ein mal

Nichtsdestotrotz will sich ein künftiger Monarch auch volksnah geben. Warum also nicht gleich beim Namen beginnen? Um die Standesunterschiede etwas zu verwischen, wäre beispielsweise Jeremy-Pascal geeignet. Genauso wie Ronny, Kevin oder Wolf-Rüdiger. Auch mit Yolo lägen William und Kate voll im Trend. Das unter Jugendlichen beliebte Kürzel steht für "You only live once" (dt. "Man lebt nur einmal"). Sie sehen schon: Das Spektrum der Vorschläge unserer User ist recht breit.

Es ist allerdings anzunehmen, dass sich die frisch gebackenen Eltern von diesen mehr oder weniger gut gemeinten Ratschlägen nicht übermäßig stark beeinflussen lassen. Dabei würde es sich durchaus lohnen, bei der royalen Namenswahl zumindest einen Blick jenseits der vergangenen 1.000 Jahre zu riskieren. Denn vor allem im frühen Mittelalter hatten die oft für nur kurze Zeit regierenden Herrscher auf der Insel zum Teil recht schräge Namen.

Die skurrilen Herrscher im Mittelalter

Der allererste König von England und Begründer der angelsächsischen Dynastie Anfang des neunten Jahrhunderts trug den Namen Egbert. Seinen Sohn und Nachfolger taufte er auf den schönen Namen Ethelwulf. Auf den wiederum folgte Ethelberht und einige Generationen später Ethelweard. Dieser herrschte jedoch wohl nur wenige Tage, bevor sein Bruder Ethelstan zum ersten König wurde, der über das gesamte Gebiet herrschte, welches heute England ausmacht. Ethelstans Sohn wurde unter dem Namen Edmund der Prächtige bekannt.

Als nächstes rissen die Dänen die Macht auf der Insel an sich, nachdem Ethelred der Unberatene seinem Namen alle Ehre gemacht hatte. Mit der etwas impulsiven Anordnung der Ermordung aller Dänen in England zog er den Zorn Sven Gabelbarts auf sich, der England prompt eroberte und Ethelred ins Exil schickte.

Gabelbarts Sohn, Knut der Große, etablierte schließlich das Adelssystem der Earldoms. Auch heute noch ist der Titel Earl im britischen Hochadel gebräuchlich. Prinz William beispielsweise ist unter anderem auch Earl of Strathearn. Knuts Sohn, Harald Hasenfuß, herrschte dagegen nur fünf Jahre, dessen Halbbruder Hardiknut sogar nur zwei.

Erst nach der Invasion der britischen Insel durch die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1066 fanden Namen Einzug, die uns auch heute noch geläufig sind. Stephan etwa oder Richard, sowie zahlreiche Heinriche und Eduarde. Daran hat sich seitdem nicht viel geändert. Aber nach beinahe tausend Jahren darf es dann doch zur Abwechslung wieder ein etwas einfallsreicherer werden, oder nicht?